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News-Board-Eintrag:
Impressionen des GCSC-Eröffnungsworkshops 2011

News-Kategorie:
Eingestellt von: Angela Harter
Eingestellt am: 22.11.2011

Es ist 11.11 Uhr am 11.11.'11 – während in Köln die Korken knallen, stecken im Schloss Rauischholzhausen 29 DoktorandInnen die Köpfe zusammen und planen Ihre wissenschaftliche Zukunft. Ein sonniger Novembermorgen scheint durch die alten Fenster, Kaffeetassen klirren und Stimmengewirr erfüllt das Atrium. Vor etwas mehr als 24 Stunden ist der neue Jahrgang zum Eröffnungsworkshop eingetroffen. Die enge Wendeltreppe, die verwinkelten Gänge und die urige Kellerkneipe sind schnell wohl vertraut.

In den kommenden Stunden werden die vorgegebenen Workshopgruppen ihre Projektideen präsentieren. Zwar handelt es sich bislang nur um Konzepte, doch der Elan im Jahrgang ist groß, und vielleicht wird ja der ein oder andere Vorschlag noch verwirklicht: 'I con imagine invisibility' soll eine Konferenz zur Untersuchbarkeit von Unsichtbarkeit in Bildern, Medien und Politik werden. 'Wissen schaffen – Wissenskulturen in sozialer Praxis' ist ein Tagungskonzept, das in der Research Area 8 verankert werden könnte. Die Gruppe zum 'Spiel ohne Grenzen' konnte sich angesichts einer grenzenlosen Ideenfülle noch nicht auf eine feste Form einigen. Unter dem Titel 'Framing and de-framing territority: Space as a zone of (re)negotiation' soll eine eher informelle Event-Reihe entstehen – mit kulinarischen Einlagen, Filmvorführungen und einer Live-Schaltung zur Occupy-Bewegung in New York. 'Glanz und Elend der Exzellenz' greift dagegen die abendliche Diskussion vom Vortag auf und soll ein Thementag werden. Nicht nur die TeilnehmerInnen gehen in ihrem Element auf, auch das Betreuerteam um Doris Bachmann-Medick, Hubertus Büschel, Julia Faisst, Wolfgang Hallet, Beatrice Michaelis, Ansgar Nünning, Robert Ryder, Kai Sicks und Martin Zierold ist begeistert. 

Am Morgen zuvor hatten alle DoktorandInnen bereits die Gelegenheit, ihre spannenden Dissertationsprojekte in großer Runde vorzustellen. (Die einzelnen Themen finden sich auf der GCSC-website). Jedes Projekt bekam dabei seine passende, teilweise originelle Präsentationsform; so reichte eine Doktorandin eine Weinflasche mit selbstgezüchteter Biosphäre herum und fragte nach unserer Verantwortung für die darin lebenden Organismen. Fetzige Klaviereinlagen und spontane Gesangsausbrüche sorgten in den Pausen für Auflockerung. Am Ende einer sehr spannenden Vorstellungsrunde sorgte noch Hurbertus Büschel kurz für Verwirrung: Er entschuldigte sich und Ansgar Nünning, sie müssten zum "Beenden einer Karriere" aufbrechen. Es wird alle freuen zu hören, dass die gemeinte Disputation erfolgreich verlief und nur eine Promotion und keine Karriere ihr Ende fand. 

Abends kamen dann alle im Atrium zum mit Spannung erwarteten 'Kulturwissenschaftlichen Speed Dating' zusammen. Mit Romantischem durfte nicht gerechnet werden – statt Telefonnummern wurden Argumente ausgetauscht. Die diskutierten Thesen waren nachmittags in einem aufwendigen Verfahren auf farbigen Zetteln, deren Farbe keine Bedeutung hatte, von den DoktorandInnen verfasst worden. Die DoktorandInnen wurden dann über Zettel mit Nummern, deren Nummer und Farbe eine Bedeutung hatte, auf verschiedene Tische verteilt. Nach dieser geistigen Herausforderung unter grandioser Anleitung von Kai Sicks widmeten sich alle mit großer Freude den Thesen zu fünf Themenbereichen: kulturwissenschaftliche Promotion, strukturierte Promotion, Karrierewege/ Lebenswege, Internationalisierung/ Internationalität sowie Exzellenz. Ähnliche organisatorische Kompetenzen setzte Wolfgang Hallet anschließend beim Ausfüllen der Getränkeliste in der Schlossbar voraus, in der der erste Tag einen (denk)würdigen Ausklang fand. 

Als Abschluss des zweiten Tages gibt es eine Feedbackrunde: "Mehr Zeit für das Speed Dating!" und eine flexiblere Gruppenbildung für die Workshops sind die wesentlichen Forderungen. Dann großer Applaus, Stühlerücken und Dielenknarren. So schnell sind zwei Tage vorbei. Während Köln im jecken Chaos versinkt, steigt der sechste Jahrgang angeregt weiterdiskutierend die Treppen hinauf zum Bus. Ein letzter Blick auf das Schloss und dann den Blick nach vorne – auf drei vielversprechende Jahre am GCSC!


Text: Jennifer Ch. Müller und Kristina Rauschan
Fotos: Carola Hilbrand