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News-Board-Eintrag:
[CfP] Körperlichkeit der Abstraktion

News-Kategorie:
Eingestellt von: Hans Christian Fromm
Eingestellt am: 14.03.2011

Körperlichkeit der Abstraktion

Tagung des Graduiertenkollegs Das Reale in der Kultur der Moderne Universität Konstanz Fachbereich Literaturwissenschaft Graduiertenkolleg Das Reale in der Kultur der Moderne
Datum: 25.02.2011 20. - 21. Oktober 2011, Universität Konstanz

Seit dem Eintritt in die Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts scheinen Körperlichkeit und Abstraktion einen Gegensatz zu bilden, der unterschiedliche künstlerische Positionen markiert. Auf der einen Seite stehen Ansätze, die sich der Abstraktion verschreiben und sich programmatisch vom Figurativen, Narrativen und Illusionistischen abwenden; auf der anderen Seite Ansätze, die dem Prinzip der Repräsentation verpflichtet bleiben. Die abstrakte Kunst sagt sich gemäß diesem dichotomischen Schema von körperhafter Darstellung los. Seit den Avantgarden besinnt sich der Modernismus auf die Autonomie des jeweiligen Mediums und vollzieht einen Prozess der Reinigung und Reduktion, der teilweise mit einer Wende nach Innen einhergeht (Clement Greenberg). Während figurative Kunst auf eine Welt außerhalb ihrer selbst bezogen bleibt, wird der abstrakten Kunst nur mehr Referenz auf sich selbst zugeschrieben. Die konsequente Reduktion aller außerweltlichen Bezüge führt die Kunst an die Grenze der Selbstauflösung, die sich in stets neuen ‚letzten Bildern’ und in der fortwährenden Rede vom ‚Ende der Kunst’ artikuliert. Dies lässt scheinbar nur die Wahl zwischen der positiven Bewertung der Abstraktion als einer Kritik des Illusionismus oder einer Ablehnung der Abstraktion als reinem Formalismus.

Ziel der Tagung ist es, diese strikte Opposition von Abstraktion und (figurativer) Körperlichkeit in Frage zu stellen und zu einem umfassenderen Verständnis des Körperhaften in der modernen Kunst zu gelangen. Das schließt einen anderen Begriff von Abstraktion ein, die nicht allein als Reduktion (Abziehung, Abwesenheit, Abwendung) bestimmt werden darf. Zwar wird in abstrakten Kunstwerken das Körperliche nicht mehr auf figurative Weise zur Darstellung gebracht, es findet aber – so die These – auf zwei anderen Ebenen wieder Eingang in die Kunst: zum einen als das Physisch-Körperhafte des Materials in seiner sinnlichen Konkretion, zum anderen in der leiblichen Erfahrung des Rezipienten, die zum integralen Bestandteil des Kunstwerks selbst gemacht wird.

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