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| Eingestellt von: | Hans Christian Fromm |
| Eingestellt am: | 23.02.2011 |
’Knowlegde in Flux’: Wissenskulturen und Diskursivität des Wissens angesichts von Differenzierungs-, Dynamisierungs- und TransnationalisierungsprozessenInternationale und interdisziplinäre Sommerakademie des Herder-Instituts, Marburg, 12.-17.09.2011 Wissen – sowohl das wissenschaftliche als auch das populäre – ist in der heutigen Gesellschaft zum Gestaltungsprinzip der soziokulturellen und technischen Entwicklung geworden. Jede politische oder ökonomische Entscheidung wird einerseits anhand von Expertenwissen getroffen, andererseits durch öffentlich ausgetragene wissenskulturelle Diskussion überprüft und bestätigt. Das alte epistemische Privileg des akademischen Wissens verliert in Zeiten der verstärkten und beschleunigten Dynamisierung und Ausdifferenzierung von wissenskultureller Erkenntnis und Praxis seine Geltung. Es wird durch eine neue dynamische, diskursive und häufig widerstreitende Konzeption von Wissen entmachtet und ersetzt. Das auf diese Weise neu gewonnene und sich etablierende Wissen entsteht durch Auseinandersetzung und Kommunikation zwischen den Vertretern der Wissenschaft, den staatlichen Institutionen, der Zivilgesellschaft und der breiten Öffentlichkeit. Dieses über solche Wege ausgehandelte Wissen ist in unterschiedlichen Wissenstopologien und sinnstiftenden Praktiken verwurzelt, die meist zwischen der innovativen Übernahme transnationaler und Persistenz nationaler oder überregionaler Deutungs- und Tradierungsmuster verortet sind. Im Hinblick auf die globalen postkolonialen und postsowjetischen Migrations-, Transformations- und Modernisierungsprozesse sowie auf die Verschiebung der wissenskulturellen Zentren und Peripherien in Zeiten des medialen Wandels und des wachsenden Interaktionsregionalismus und der Neuentdeckung hybrider Wissenskulturen und -räume erweist sich die Beschäftigung mit der wissenskulturellen Thematik aktueller denn je. Was sind die sprachlichen, materiellen, visuellen und symbolischen Dispositionen und Prägungen von Wissen? Welche Rolle spielen die sozialen, nationalen und konfessionellen Differenzierungen? Inwieweit wird das Verständnis und die Interpretation von Wissen durch Kategorien wie Nation, Klasse, Ethnizität, regionale/nationale Identität sowie gender beeinflusst und inszeniert? An welchen Deutungs- und Tradierungsmustern orientieren sich die Umdeutungs- und Hierarchisierungslogiken der multilatenten dialogischen Wissenskulturen? Wo sind die Schnittstellen der interkulturellen Verständigung und des transnationalen Wissenstransfers erkennbar? Die Sommerakademie des Herder-Instituts setzt sich zum Ziel, die aktuellen wissenskulturellen Forschungsparadigmen sowie die theoretischen Konzepte der Wissenskulturen und -topologien zu diskutieren – mit dem Fokus auf Genese, Zirkulation, Prägung, Veränderung und den Wandel der einzelnen Wissensfelder und Wissensaspekte. Im Zentrum der Überlegungen stehen sowohl Fragen nach der Rolle und Bedeutung der nationalen, konfessionellen, sprachlichen Wahrnehmung und Identität sowie nach politischer Positionierung und dem historischen kollektiven Gedächtnis bei der Deutung und Generierung des Wissens als auch Fragen nach Monopolisierung, Regionalisierung und Instrumentalisierung der einzelnen Wissensbestände sowie nach deren Konjunktualisierung. Die thematische sowie zeitliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Projekte wird bewusst offen gelassen. Call for Papers herunterladen |
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