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| Eingestellt von: | Andreas Dotzauer |
| Eingestellt am: | 10.06.2010 |
„Ratibor! Und der Fluss Mississippi und die Stadt Honolulu und der See Titicaca; der Popo-catepetl liegt nicht in Kanada, sondern in Mexiko, Mexiko, Mexiko.“ (Ernst Toch, Fuge aus der Geographie) Reisen Konzepte, wenn sie disziplinäre Grenzen überschreiten oder werden sie übersetzt? Was passiert bei der Rückkehr eines Konzepts? Trägt es Reisespuren davon? Was ist überhaupt ein Konzept? Und wie unterscheidet sich ein „travelling concept“ von einem Konzept, das nicht reist? – Diese und andere Fragen stellten sich die TeilnehmerInnen der internen Arbeitstagung Travelling Concepts for the Study of Culture am 6. und 7. Mai 2010. In einer ergebnisoffen geführten Diskussion über die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Graduiertenzentrum debattierten die DoktorandInnen mit Post-Docs und ProfessorInnen das Potential und die Grenzen der konzeptuellen Reisemetapher. Am Anfang stand jedoch eine musikalische Reise. Mit „Have a nice day“ und einem irischen Reisesegen verbreitete die Vocalband des GCSC viel gute Laune und sorgte so für einen gelungenen Auftakt im gediegenen Ambiente der JLU-Aula. Insbesondere der letzte Beitrag der GCSC Voices – ein kontrapunktisch vorgetragener Sprechgesang von Ernst Toch – stimmte die Gäste auch thematisch auf die anschließende Plenumsdiskussion ein. Die Entwicklung neuer kulturwissenschaftlicher Ansätze und Methoden und die Förderung des Transfers von Konzepten zwischen verschiedenen Disziplinen und Wissenschaftskulturen gehören zu den zentralen Zielen des GCSC. Das Konzept travelling concepts habe den produktiven Dialog zwischen den Disziplinen forciert. Dies machte Ansgar Nünning in seiner Eröffnungsrede deutlich. Auf Grund der Vielfalt gemeinsamer Schnittmengen in der Arbeit mit Konzepten seien die Strukturen am GCSC nicht nur additiv, sondern integrativ, resümierte Nünning den Stellenwert der travelling concepts. Das Plenum stimmte dem mehrheitlich zu. Jedoch gab es auch zahlreiche kritische Stimmen, die auf die blind spots einer sich verselbständigenden Metaphorik hinwiesen. Einen spannenden Überblick über aktuelle Problemlagen gab Birgit Neumann in ihrem Referat über die Geschichte der travelling concepts. Die anschließende Keynote von Andreas Langenohl kontrastierte den travelling concepts-Begriff mit dem Translationsbegriff und warf anregende Fragen für die anschließende Workshop-Phase auf. In der Workshop-Phase am Nachmittag des Eröffnungstages diskutierten die DoktorandInnen gemeinsam mit VertreterInnen anderer Statusgruppen die konkrete Arbeit mit travelling concepts und den heuristischen Wert der Reisemetapher. In mehreren Konzeptgruppen erarbeiteten die DoktorandInnen Thesen und weiterführende Ansätze zu den eingangs aufgeworfenen Fragen. Diese präsentierten sie tags darauf im versammelten Plenum. Abschließend berichteten Jörn Ahrens und Ingo Berensmeyer, die als Beobachter in den verschiedenen Workshops unterwegs waren, von ihren Einblicken in die Strukturen und Diskussionen am GCSC. In seinem persönlichen Fazit konstatierte Jörn Ahrens im Anschluss an die Arbeitstagung: „Die Konferenz hat deutlich gemacht, wie lebendig und divers das GCSC ist. Die Basis seiner Arbeit beruht dennoch auf einer weitgehend geteilten Identität der Protagonisten. Gleichzeitig hat sich gezeigt, wie ernst das GCSC sein Grundlagenkonzept der travelling concepts nimmt, indem es dieses und sich selbst in eine Bewegung des Reisen, Übersetzens und der Transformation einspeist.“ Insgesamt traf die erste interne Arbeitstagung des GCSC auf eine positive Resonanz. Diese sei „produktiv und inspirierend“ gewesen, so das Feedback der DoktorandInnen. An die Erfahrungen der Arbeitstagung anknüpfend, äußerten viele TeilnehmerInnen ein lebhaftes Interesse, an dem Format festzuhalten, um sich im nächsten Jahr erneut über die interdisziplinären Denk- und Arbeitsweisen am GCSC auszutauschen – wenn auch eventuell jenseits der Rei-semetaphorik. Text: Christiane Struth Fotos: Christoforos Mechanezidis |
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