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News-Board-Eintrag:
Ein Herzstück des Curriculums – Die GCSC Master Classes

News-Kategorie:
Eingestellt von: Elisa Antz
Eingestellt am: 13.08.2009

Mit herausragenden Vertretern ihrer jeweiligen Fachdisziplinen aktuelle kulturwissenschaftliche Fragen und Probleme erörtern und in diesem Zusammenhang das eigene Dissertationsprojekt diskutieren – dieses Ziel verfolgen die Gießener Master Classes. Auch in diesem Jahr kamen dazu wieder zahlreiche renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ans Gießener GCSC.

„Master Classes sind ein Herzstück des GCSC-Curriculums“, so Nadine Pippel, die am GCSC für das Curriculum zuständig ist. „Denn durch ihre Struktur, die den Bezug auf konkrete Dissertationsprojekte vorsieht, fördern sie einen intensiven Kontakt zwischen unseren Doktoranden und Gastdozenten.“ In der Regel bestehen die Master Classes aus einem kurzen Vortrag des/r GastdozentIn und anschließender Diskussion, auf die sich die DoktorandInnen mit entsprechender Textlektüre vorbereitet haben. Im Rahmen dieser Auseinandersetzungen mit kulturwissenschaftlichen Fragestellungen können Teilnehmer ihre Promotionsvorhaben präsentieren und Anregungen erhalten.

NLOkt09_MCGilgenNeben Dr. Doris Bachmann-Medick, die als Permanent Research Fellow inzwischen zum festen Team des GCSC gehört, waren zahlreiche weitere renommierte Forscher und Forscherinnen aus dem In- und Ausland zu Gast: die Ethnologin Michi Knecht und die Religionswissenschaftlerin Ulrike Brunotte, beide von der Humboldt Universität zu Berlin, der Stuttgarter Romanist Reinhard Krüger, der Komparatist Tyrus Miller von der University of California Santa Cruz, der Linguist Steven L. Thorne von der Pennsylvania State University, der Heidelberger Germanist Burkhard Dücker, die Historikerin Leora Auslander von der University of Chicago, die Komparatistin Naomi Segal von University of London, der Komparatist Peter Gilgen von der Cornell University, Ithaca, der Anglist Peter Hitchcock von der City University of New York sowie der Romanist Hans Ulrich Gumbrecht von der Stanford University.

NLOkt09_MCGumbrechtDas Themenspektrum der Master Classes reichte von disziplinenübergreifenden Veranstaltungen wie Doris Bachmann-Medicks Master Class zu „Travelling Concepts/ Travelling Theories“ bis hin zu vornehmlich literaturwissenschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen wie Professor Gumbrechts Master Class zum Konzept der Stimmung in zeitgenössischer Literatur. Letztere war sicherlich ein ganz besonderes Highlight im vergangenen Giessener Herbst. Ziel der Master Class war zum einen, das Konzept der Stimmung als ein Schlüsselkonzept literarischer Texte zu erarbeiten und im Kontext der Entwicklung metahistorischer und transkultureller Definitionen von Literatur zu diskutieren. Zum anderen ging es darum, historische Beispiele in Hinblick auf das Konzept der Stimmung zu analysieren. Dabei zeigte sich, dass ein besonderes Potenzial der Diskussion um Stimmung darin besteht, den Blick zurückzulenken auf grundlegende literaturtheoretische Fragen nach dem Wesen und dem Erkenntniswert der Literatur.

NLOkt09_MCHitchcockIm letzten Semester nutzten auch die Research Areas, in denen Promovierende, Postdocs und ProfessorInnen gemeinsam forschen, verstärkt die Chance, DozentInnen von anderen Universitäten für Master Classes einzuladen. So hinterfragte Professor Peter Hitchcock auf Anregung der Research Area ,Culture and Identity’ mit Gießener Graduierten die oftmals vernachlässigte Bedeutung von ,Zeit’ im postkolonialen Diskurs an Hand literarischer Beispiele („Cultural Transnationalism: Concept, Time and Space“). NLOkt09_MCDückerDie Research Area ‚Culture, Language and the New Media’ konnte Dr. Steven L. Thorne für Darstellung und Diskussion aktueller Methoden und Praktiken an der Schnittstelle von Soziologie, Linguistik und Kommunikationswissenschaften gewinnen („The Anatomy of Social Interaction: Research and Praxicological projects”). Darüber hinaus erforschte das Graduiertenkolleg ,Transnationale Medienereignisse’ gemeinsam mit Professor Burckhard Dücker die vielschichtige Beziehung zwischen „Ritual und Medien“. In diesem Zusammenhang hebt Nadine Pippel hervor: „Auch wenn eine Master Class von einer Research Area veranstaltet wird, können sich selbstverständlich auch alle anderen GCSC-Mitglieder anmelden und teilnehmen.“

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Auch in diesem Semester bietet das GCSC-Curriculum wieder interessante und abwechslungsreiche Master Classes. Da die Teilnehmeranzahl jedoch beschränkt ist, möchten wir ermuntern, sich möglichst bald auf unserer Homepage anzumelden.

Text: Regine Leitenstern und Elisa Antz
Fotos: Christoforos Mechanezidis (Gilgen, Hitchcock, Dücker, Thorne)