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News-Board-Eintrag:
eTransfers - erste Redaktionssitzung in London

News-Kategorie:
Eingestellt von: Elisa Antz
Eingestellt am: 21.10.2009

Zusammen mit dem Centre for Anglo-German Cultural Relations der Queen Mary, University of London gründet das GCSC ein neues e-Journal für Postgraduierte: eTransfers. Vom 8. bis 10. Oktober 2009 kam die aus Gießener und Londoner DoktorandInnen und Postdocs zusammengesetzte Redaktion zu ihrer ersten Redaktionssitzung in London zusammen, um die für Juli 2010 geplante erste Ausgabe auf den Weg zu bringen. Workshops brachten das nötige Knowhow, ein inspirierendes Rahmenprogramm den nötigen Drive.
E-Transfer
„Selbst denken ist beim akademischen Schreiben oft hinderlich“, bemerkte Matthias Politycki in seinem Workshop zum Thema „’Schreiben und Schreiben-Lassen’: Autorschaft als wissenschaftliche, fiktionale und digitale Vision“. Der vielfach ausgezeichnete deutsche Gegenwartsschriftsteller, der selbst über Nietzsche promovierte und derzeit writer in residence an Queen Mary ist, stellte polemisch literarisches und wissenschaftliches Schreiben – im Netz und anderswo – gegenüber und diskutierte seine Thesen mit der binational besetzten eTransfers-Redaktion. Der Workshop bildete den Abschluss eines intensiven und fruchtbaren Sitzungstages im ehrwürdigen Dean Rees House des Charterhouse Square Campus. Die Redaktion hatte das quirlige London hinter den Butzenscheiben gelassen und konzentriert über Inhalte, Formalia, Kommunikationswege über den Ärmelkanal und den zeitlichen Fahrplan für das neue e-Journal diskutiert, das im Bereich der britischen Germanistik, deutschen Anglistik und britisch-deutschen Beziehungen angesiedelt ist.

Dass junge WissenschaftlerInnen durchaus selbst denken können und auch sollen, war allgemeiner Tenor. Eine Plattform, Ergebnisse dieses selbstständigen Denkens und Forschens anderen Interessierten der wissenschaftlichen community zugänglich zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen, soll das neue Postgraduierten-Journal bieten. Dabei steht die Qualität der Beiträge an oberster Stelle, um eTransfers als attraktive Fachzeitschrift und Pluspunkt in der eigenen Publikationsliste zu etablieren. Gesichert wird die Qualität durch ein double-blind review-Verfahren. Hier wird den NachwuchswissenschaftlerInnen nicht nur als AutorInnen, sondern auch als GutachterInnen selbstständiges Denken und Urteilen zugetraut. Jeder eingereichte Artikel wird jeweils von einem/r Postgraduierten und einem professoralen Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Zeitschrift begutachtet. Um für größtmögliche Transparenz im Auswahlverfahren zu sorgen, werden die Kriterien für die Begutachtung auf der Website zugänglich gemacht.

Damit nicht jede Postgraduiertenzeitschrift das Rad neu erfinden muss, gibt es die Association of Postgraduate Journals (APJ) als Austauschforum für Fragen, Probleme und Best-Practice-Beispiele. Chancen und Herausforderungen der APJ stellten Johanna Green und Marc Alexander aus Glasgow den aus Gießen angereisten Redaktionsmitgliedern Anna Rettberg, Martin Zierold und Mirjam Bitter sowie ihren englischen KollegInnen dar und gaben darüber hinaus am Beispiel ihres Journals esharp konkrete Einblicke darin, was passiert „when postgraduates run the show“.

london Ihr Fazit: Es gibt eine Menge Arbeit, aber auch jede Menge Spaß. Mit diesem ausgewogenen Verhältnis ging auch eTransfers durch die wunderbare Organisation der Londoner GastgeberInnen an den Start. Denn jenseits der konzentrierten Arbeit gab es eben auch die Metropole London: mit ihren Bars und Freaks auf der einen und der sogenannten Hochkultur auf der anderen Seite, hier repräsentiert durch Polityckis Lesung aus seiner kürzlich erschienen Jenseitsnovelle, die im gelehrten Sinologen-Milieu spielt. Doch auch diese vermeintlichen Gegensätze fanden in den zwei Tagen zu einer gelungenen Synthese.

Wer Fragen rund um eTransfers oder Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich gerne an etransfers@gcsc.uni-giessen.de wenden.

Text und Fotos: Mirjam Bitter