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News-Board-Eintrag:
Gute Aussichten für Allrounder – GCSC Karrierekongress „Go International“

News-Kategorie:
Eingestellt von: Claudia Weber
Eingestellt am: 29.07.2009

Unter dem Titel „Go International“ veranstaltete der Career Service des Gießener Graduiertenzentrums Kulturwissenschaften (GGK) am Samstag, 11. Juli 2009, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und der Gießener Sparkasse seinen sechsten Karrierekongress für DoktorandInnen. Im Foyer der Sparkasse berichteten vier ehemalige AbsolventInnen geisteswissenschaftlicher Fächer – Dr. Rudolph Glitz (Universität Amsterdam), Dr. Susanne Frane (Queen Mary University London), Dr. Aglaja Frodl (Behörde für Wissenschaft und Forschung, Hamburg) und Agnes Kolodziej (Botschaft von Kanada, Berlin) – darüber, wie sie zu ihren jetzigen Positionen gelangten und welche alltäglichen Aufgaben sie erfüllen. Die Kernbotschaften der ReferentInnen für die promovierenden KulturwissenschaftlerInnen lauteten: Vielseitigkeit als Stärke sehen und Netzwerke ausbauen.

Samstagmorgen, kurz nach neun in der Hauptfiliale der Gießener Sparkasse. Zwischen Beratungskabinen stehen auf kleinen Podesten Modelleigenheime im Miniaturformat. Ein passender Ort für den Karrierekongress, zu dem sich etwa 30 Besucher einfanden. Ungewöhnlich war vielmehr die Zielgruppe. Denn nicht etwa an Betriebswirte richtete sich die Veranstaltung, sondern an DoktorandInnen in den Kulturwissenschaften. „Nur ein Bruchteil unserer Doktoranden kann und will nach der Promotion an der Hochschule bleiben. Schließlich gibt es zahlreiche Alternativen zur Professur“, so Professor Ansgar Nünning. Deshalb hat der Direktor des GGK bereits 2001 mit seinem Team einen Career Service eingerichtet, der speziell auf die Bedürfnisse promovierender Geisteswissenschaftler eingeht. Der alljährliche Karrierekongress, bei dem Vortragende ihre persönlichen Werdegänge schildern, gehört seit sechs Jahren fest ins Programm.

Das Konzept geht auf. So urteilte Doktorandin Mirjam Bitter: „Der Karrierekongress ist sehr lebensnah und hat mir neue Perspektiven, zum Beispiel eine Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement, aufgezeigt.“ Die Komparatistin Melanie Knaup hob außerdem hervor: "Der Karrierekongress ’Go international’ hat mir sehr deutlich gezeigt, dass die berufliche Orientierung promovierter Kulturwissenschaftler nicht ausschließlich in der deutschen Bildungslandschaft liegen muss. Hört man diese Beispiele, überdenkt man seine Ambitionen und späteren Berufswünsche auch hinsichtlich der eigenen internationalen Qualifikation.“



von links: Dr. Martin Zierold, Dr. Rudolph Glitz, Dr. Susanne Frane, Dr. Aglaja Frodl und Agnes Kolodziej

Dass Kulturwissenschaftler in vielerlei Hinsicht besonders geeignet sind für Aufgaben in internationalen Berufsumfeldern, darin waren sich die Vortragenden einig. So verwies Agnes Kolodziej, Mitarbeiterin der kanadischen Botschaft in Berlin, auf die so genannten „soft skills“ wie Flexibilität, rasche Analysefähigkeiten, eigenständige Arbeitsweise und einen guten Schreibstil. Natürlich könnten auch Absolventen anderer Fächer, etwa Juristen, solche Fähigkeiten mitbringen. „Doch“, so Kolodziej „gerade Geisteswissenschaftler zeichnen sich in der Regel durch ihre Vielseitigkeit aus, eben weil ihre Studien auf kein deutliches Berufsbild abzielen. Das kann manchmal mühsam sein, ist aber auch unsere große Stärke.“
Auch Dr. Susanne Frane hob diese Vielseitigkeit als Voraussetzung für ihr DAAD-Lektorat hervor, bei dem sie „Allrounder für Sprachunterricht, Kulturmanagement, Studienberatung und vieles mehr“ ist.

Darüber hinaus ermunterten die ReferentInnen jedoch vor allem zu einem: Netzwerke zu bilden. Ob für eine Karriere im internationalen Hochschulbetrieb, im Wissenschaftsmanagement oder an einer Botschaft – Kontakte zu knüpfen und zu pflegen sei die Grundvoraussetzung für eine berufliche Weiterentwicklung. Gerade wenn man nicht nur an deutschen, sondern auch an internationalen Stellen interessiert sei, könne man schwerlich einen Überblick über offene und interessante Stellen behalten, erläutern Dr. Aglaja Frodl und Dr. Rudolph Glitz. Deshalb sei ein gutes Informationsnetzwerk absolut wichtig. Diese Lehre schienen die DoktorandInnen bereits verinnerlicht zu haben. Zumindest bildeten sich in den Kaffeepausen zwischen den Beratungsschaltern und Modellhäuschen rege Gesprächsgruppen, bei denen zahlreiche Visitenkarten die Besitzer wechselten.





Text: Elisa Antz
Fotos: Katharina Luh