Direkt zur zweiten Navigationsebene, fallls vorhanden.Direkt zum Seiteninhalt

News-Board-Eintrag:
GCSC und IPP bei der Hermes Summer School „Contemporary Developments in Emergent Literatures and the New Europe”

News-Kategorie:
Eingestellt von: Claudia Weber
Eingestellt am: 29.07.2009

Zur Hermes Summer School „Contemporary Developments in Emergent Literatures and the New Europe“ jetteten Elisa Antz, Mirjam Bitter, Simon Cooke, Christina Mohr und Jutta Weingarten sowie Dr. Sibylle Baumbach und Prof. Ansgar Nünning Ende Juni dorthin, wo Europa waldreich und hügelig, aber definitiv zu Ende ist: Nach Santiago de Compostela, Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Galizien.

Aus zeitlichen Gründen entschied sich die Gießener Fraktion, zahlenmäßig von keiner anderen Abordnung der Hermes-Partner-Universitäten übertroffen, für eine Anreise per Flieger und verzichtete somit auf die dreißigtägige Pilgertour auf dem nordspanischen Abschnitt des Jakobswegs, der vor der Kathedrale in Santiago sein Ende findet.
AG Raum
Die Summer School fing offiziell im prächtigen Casa de Europa auf einem Campusteil der Universidade de Santiago de Compostela an. Bei einem kleinen Umtrunk schlossen die Summer Schüler erste Kontakte mit den LeiterInnen und MitsprecherInnen ihrer thematisch ausgerichteten Sessions, die am Nachmittag des 22. Junis begannen: Sibylle Baumbach präsentierte die Session „Literature as a Force for Emergence“ mit Beiträgen aus Aarhus und Lissabon.

Tags darauf wurde zwar kein roter Teppich ausgerollt, dennoch hatte die Gießener Abordnung im Rahmen der Session „Emergent Identities on the Move“ unter Vorsitz von Dr. Karen-Margrethe Simonsen (Aarhus) Premiere: Elisa Antz lieferte mit „Root Trips: How Narratives of Pilgrimage Present Emergent Identities in the New Europe“, Simon Cooke mit „Bruce Chatwin and the Rise of Travellers’ Tales in Contemporary European Literature“ fundierte und spannende Einblicke in die Formation und Erhaltung europäischer Gegenwarts-Literaturen. Am gleichen Tag hielten die Rolling Stones in der Session von Prof. Ellen Sapega (Madison/Wisconsin) moderierten Session „Emergent InterArts“ Einzug mit Christina Mohrs Paper zu „The Rolling Stones As A Transnational Phenomenon“.

Der nächste Tag stand als „International Symposium“ im Zeichen der Keynote Lectures von Professor William Rowe (London), Professorin Manuela Palacios (Santiago de Compostela), Professor Ansgar Nünning (Gießen), Dr. Søren Frank (Dänemark) und Professor Julián Jiménez Heffernan (Córdoba).
AG Raum
Professor Nünning stellte mit seiner Keynote „Travelling Concepts and Travelling Theorists: Exploring Literary Emergence, Questioning ‚Post-Theory’, and Reconceptualizing ‚Europeanness’“ gleich großräumig und stichhaltig die Hauptthesen der Summer School in Frage. Er ging unter anderem auf die Unmöglichkeit von Post-Theory im Kontext nie theoriefreier Literatur-Geschichtsschreibung sowie auf den rein metaphorischen Gebrauch des Konzepts der „Emergence“ ein.
Die Gastfreundlichkeit von Professor César Domínguez und seinem Team, die allen TeilnehmerInnen stets mit Fleiß, Einsatzbereitschaft und einer Großzahl an nützlichen Tipps zur Seite standen, verhalfen der Summer School ebenso zu reibungsloser Organisation wie zu offener und herzlicher Atmosphäre.

Innerhalb der Session von Dr. Susana Araújo (Lissabon) „The (Re-)Emergence of the Nation“ ließen Jutta Weingartens „Make Way for the Indian“ und Mirjam Bitters “Young Jewish Literature in Europe as a (Re-)Emerging Phenomenon. Transnational European Identities in Helena Janeczek’s Novel ‘Lezioni di Tenebra’” keine Zweifel aufkommen, dass das GCSC auch in Sachen Postcolonial und Post-Holocaust Fiction über vorzüglich belesenen Wissenschaftsnachwuchs verfügt.

Unterm Strich glänzten GCSC wie IPP durch hohe quantitative Repräsentanz wie durch kritische Themen und Fragestellungen, die herkömmliche Auffassungen von „Emergence“ nicht nur auf den Prüfstand zitierten, sondern auch innovative Forschungsinteressen in Sachen Travel Literature, Postcolonial Literature, Holocaust Literature und Cognitive Cultural Studies offenbarten. Die Frage, ob wissenschaftliche Exzellenz und 1 A Gastfreundschaft auch bei der nächsten Summer School groß geschrieben werden, dürfte sich erübrigen: Immerhin findet das Treffen 2010 auf Schloss Rauischholzhausen statt.

AG Raum
Teilnehmer der HERMES Summer School während der Stadtführung

Text:Christina Mohr

Fotos: Christina Mohr und Mirjam Bitter