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News-Board-Eintrag:
Dr. Thomas Weber – Senior Teaching Fellow

News-Kategorie:
Eingestellt von: Elisa Antz
Eingestellt am: 24.03.2009

Thomas WeberDr. Weber beendete 1992 seine Dissertation „Die unterhaltsame Aufklärung“ (über deutsche Fernsehkrimis) und habilitierte sich 2006 mit der Arbeit „Medialität als Grenzerfahrung. Zur Inszenierung von Wunschmedien im Kino der 80er und 90er Jahre“. Medien, oder vielmehr Auseinandersetzungen mit der sogenannten „Mediologie“, werden auch seinen Forschungsaufenthalt am GCSC prägen. Wo Dr. Weber Anknüpfungspunkte zwischen seinen Arbeiten und den Profilen der Research Areas sieht, welche Lehrveranstaltungen er plant und warum er sich entschlossen hat, als Senior Teaching Fellow nach Gießen zu kommen, können Sie hier lesen.



Dr. Webers Forschungsschwerpunkte


„Beeinflusst von der aus Frankreich stammenden Mediologie (Régis Debray u.v.a.), kreisen in den letzten Jahren meine Forschungsarbeiten – bzw. auch meine Aktivitäten als Verleger (AVINUS Verlag) und Herausgeber wissenschaftlicher Werke – um die Problematik der Materialität bzw. Medialität von kulturellen Übermittlungsprozessen, bei denen vor allem der Aspekt der Transformation im Vordergrund steht. Derzeit beobachten wir einen tiefgreifenden Wandel von Medienkulturen, der praktisch alle ihre Dimensionen erfasst: ihre Ästhetik ebenso wie ihre Technik, ihre Ökonomie ebenso wie die sozialen Nutzungspraktiken. Dabei stellen sich eine Reihe von Fragen: Nach welchen Mustern verlaufen Transformationsprozesse? Wie schlagen technische Innovationen in politische Programme um oder wie eine ökonomische Strategie in eine bestimmte Ästhetik? Wie wirken sich mediale Transformationen auf die Medialität von Übermittlungen aus und wie ändern sich damit unsere Vorstellungen von Plausibilität und darüber hinaus auch vom ’öffentlichen Raum’, der in immer größerem Maße durch temporale (und nicht mehr räumliche) Strukturen geprägt wird? Und welche Konsequenzen hat dies nicht zuletzt auch für den wissenschaftlichen Diskurs selbst, dessen Materialität ja nicht einfach ausgeblendet werden kann?“

Geplante Lehrveranstaltungen


„Für meinen Aufenthalt am GCSC schlage ich folgende Veranstaltungen als Ausgangspunkt für weitere Diskussionen vor: 1. einen Vortrag zur Mediologie, um dieses in Deutschland noch immer vielfach unbekannte Diskussionsfeld vorzustellen, auf wichtige Parallelen zu hierzulande geführten Debatten hinzuweisen, aber auch auf mögliche weiterführende Impulse für die Forschung; 2. einen Workshop zu Medialität als Performanz, der die Inszenierung des Medialen selbst zum Thema hat, mithin auch auf Differenzen zwischen theoretischem Paradigma und produktionsästhetischer Umsetzung hinweist; 3. einen Workshop zu medialen Transformationen von Zeitzeugenschaft, der aktuelle Entwicklungen im Umgang mit Zeugenschaft (etwa im Kontext des Holocaust-Gedenkens aktuell brisant), Authentizität und nicht zuletzt auch Glaubwürdigkeitskriterien im Allgemeinen thematisiert und 4. vielleicht noch einen kleineren Workshop zum Thema Hybridisierung als Kategorie von Transformationsprozessen (wobei ich Hybridisierung in Anlehnung an Paul Soriano nicht nur als ästhetische Kategorie begreife).“

Erwartungen an den Aufenthalt am GCSC


„Mithin erhoffe ich mir durch einen Aufenthalt am GCSC eine Gelegenheit, meine Forschungsansätze weiter verfolgen, evtl. das ein oder andere Tagungsprojekt voranbringen und vielleicht sogar eine längere Publikation vorbereiten zu können. Nicht zuletzt bin ich auf vertiefende Gespräche mit anderen Fellows und Doktoranden gespannt – für mich unverzichtbar, gerade wenn es um neue Wege an der Schnittstelle von Medien- und Kulturwissenschaft geht, wobei vielleicht gerade auch unterschiedliche Perspektiven (mir als Medienwissenschaftler ist natürlich aufgefallen, dass die meisten Doktoranden eher aus literaturwissenschaftlich konnotierten Disziplinen stammen) einen anregenden Dialog eröffnen könnten.

Da das GCSC gleich eine ganze Reihe von thematisch für mich interessanten Research Areas bietet, habe ich Mühe, mich für eine bestimmte zu entscheiden und würde das gerne von Diskussionen vor Ort abhängig machen. Mit Blick auf meine Workshopthemen sind wohl ’Memory Cultures’ und ’Culture and Performativity’ erstmal naheliegend.“

Bisherige Termine für Lehrveranstaltungen von Dr. Weber


„Das mediologische Feld“ wird Dr. Weber am 29. April 2009 ab 18 Uhr in einer Keynote Lecture näher beleuchten. Seine Workshops werden sich den Themen „Mediale Transformationen von Authentizität“ (23. Juni 2009) und „Medialität als Performanz“ (27. Mai 2009) widmen.

Nähere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Homepage.