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| Eingestellt von: | Elisa Antz |
| Eingestellt am: | 16.12.2008 |
An einem deutsch-französischen Seminar in Paris beteiligten sich acht DoktorandInnen und zwei PostdoktorandInnen des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) mit ihrem Leiter Prof. Hartmut Stenzel vom 14. bis zum 15. November. Die Gießener DoktorandInnen nahmen sich die kulturwissenschaftlichen Konzepte zum Vorbild, die sie am Graduiertenzentrum durch die Forschungsgebiete reisen lassen, und folgten der Einladung von Prof. Christian Jouhaud an die Pariser Sorbonne. Gemeinsam mit zehn französischen Doktoranden der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales und der Ecole d’études doctorales der Sorbonne stellten sie sich dort der interkulturellen und wissenschaftlichen Herausforderung, jeweils ein Forschungsprojekt der anderen Seite vorzustellen, kritisch zu befragen und im Plenum zu diskutieren. Dabei zeigte sich, dass die Pariser zwar ebenso wie die Gießener DoktorandInnen interdisziplinär und kulturwissenschaftlich forschen, sich die Herangehensweisen jedoch erheblich unterscheiden und von der französischen bzw. deutschen Wissenschaftstradition geprägt sind. „Der Gedankenaustausch war sehr produktiv, sodass die Doktorandinnen und Doktoranden wichtige Anregungen und neue Perspektiven für ihre Projekte mit nach Hause nehmen“, resümierte Prof. Hartmut Stenzel erfreut. Die Pariser Professoren lobten auch die sehr guten Französischkenntnisse der Gießener und waren beeindruckt, wie hervorragend sich alle DoktorandInnen kurzfristig in fachfremde Forschungsthemen eingearbeitet hatten. Das Fächerspektrum der vorgestellten Projekte reichte von der Amerikanistik, Germanistik und Romanistik bis zur Ethnologie und der Geschichte. Ebenso groß war das Themenspektrum, das unter anderem Rittererzählungen des Mittelalters, Konzepte der Furcht im französischen Religionskrieg, das Pariser Theaterleben unter der Julimonarchie sowie Großstadtliteratur, das Verhältnis von Text und Bild in der Historie der Naturwissenschaften und Erinnerung anhand von Familienfotos umfasste. Der Beitrag der Gießener Doktorandin Nadine Pippel zur aktuellen französischen Kulturpolitik erregte besondere Aufmerksamkeit, da dieser äußerst kontrovers diskutiert wurde und auch emotionale Reaktionen seitens der französischen TeilnehmerInnen hervorrief. „Das Infragestellen eines traditionellen Kulturbegriffs in der französischen Kulturpolitik ist ein vielfach tabuisiertes Thema, daher schlagen schnell die Emotionen hoch“, sagte die Doktorandin. Sie fühle sich dadurch jedoch umso mehr in der Relevanz ihrer Forschungsarbeit bestätigt und motiviert. Auch der Pariser Professor Christian Jouhaud zeigte sich von dem deutsch-französischen Austausch begeistert und schlug daher die Weiterführung des Doktorandenseminars vor. Im Namen der Gießener TeilnehmerInnen lud Prof. Hartmut Stenzel die Pariser DoktorandInnen daher zu einem nächsten Seminar nach Gießen ein. ![]() Vor der symbolträchtigen Kulisse der Sorbonne führten die Gießener und Pariser NachwuchswissenschaftlerInnen ihren Gedankenaustausch auf Einladung der französischen GastgeberInnen auch abends auf informeller Ebene fort, und dabei durften natürlich französische Spezialitäten und auch ein Glas Rotwein nicht fehlen. Katja Urbatsch © Foto: Katja Urbatsch |
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