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| Eingestellt von: | Neill Busse |
| Eingestellt am: | 21.08.2008 |
Im Juni ist der erste Band der neuen GCSC-Schriftenreihe „Giessen Contributions to the Study of Culture“ im wvt-Verlag unter dem Titel Narrative and Identity – Theoretical Approaches and Critical Analyses erschienen. Die Herausgeber haben damit den ersten Wurf für eine Reihe geliefert, für die schon jetzt eine Vielzahl weiterer Projekte geplant sind, die das Forschungsprofil des GCSC dokumentieren und weiter profilieren werden. Zugleich ist die GCSC-Schriftenreihe, die vom Executive Board herausgegeben wird, für unterschiedliche Formate offen, die von Tagungsdokumentationen über Dissertationen bis zu einem GCSC Jahrbuch reichen und auch Wissenschaftsvermittlung für eine breite Öffentlichkeit beinhalten können. Die inhaltliche Klammer der Reihe ist durch das Forschungsprofil des GCSC und seine Research Areas definiert.Bereits der erste Band, der sich der komplexen Beziehung zwischen Narration und Identität widmet, setzt dabei bei einem Schlüsselthemen in den Literatur- und Kulturwissenschaften an: Das Interesse an den individuellen, kulturellen und medialen Dimensionen diese Beziehung ist in den letzten Jahren enorm angestiegen, wie sich an zahlreichen Publikationen zu dem Themenkomplex und dem inflationären Gebrauch der Begriffe ‚Erzählung’ und ‚Identität’ in unterschiedlichen Zusammenhängen und Zusammensetzungen zeigt. Die Frage, wie genau die Beziehung zwischen den Erfahrungen, dem Leben oder der Identität eines/einer Einzelnen und deren erzählerische Darstellung theoretisch sowie konzeptuell zu erfassen ist, kann jedoch keinesfalls als beantwortet gelten. An diesem Punkt setzt der erste Band der GCSC-Reihe an und verfolgt die doppelte Fragestellung, wie die Komplexe ‚Identität’ und ‚Erzählung’ in enger Beziehung miteinander stehen, und wie eine Identitäts- und Erzählforschung sich gegenseitig bereichern kann. Zum einen eröffnet eine Untersuchung narrativer Sinnstiftungsprozesse, wie sie insbesondere Literatur charakterisieren, neue Verstehensmöglichkeiten für verschiedene Fragen, die sich in zahlreichen kulturellen Bereichen zum Komplex ‚Identität’ stellen. Zum anderen wird die Erzählforschung wiederum bereichert, wenn sie in Bezug zu Problematiken der menschlichen Identität ihre eigenen Fragestellungen neu perspektiviert. Diese Pluralität spiegelt sich auch in der Struktur des Bandes wieder: Die Beiträge des ersten Teils, „Selves and Stories“ nähern sich den Schnittstellen von Narration und Identität mit verschiedenen theoretischen Ansätzen und stellen unterschiedliche Konzeptualisierungen zur Diskussion. Dagegen konzentrieren sich die Beiträge des zweiten Teils, „Stories of the Self“ auf kritische Auseinandersetzungen mit einzelnen literarischen Texten, in welchen die Bedeutung der Erzählung für Prozesse der Identitätsstiftung herausgestellt, aber auch entsprechende Problematiken und Grenzen aufgezeigt werden. Obwohl sich die Beiträge zum Großteil auf die Literatur des 20. Jahrhunderts konzentrieren, zeigt sich in ihnen ein wachsendes Bewusstsein für (inter-)kulturelle Unterschiede, was wiederum betont, wie sehr Erzählformen der Identitätskonstruktion in historische und kulturelle Wandlungsprozesse eingebunden sind. René Dietrich, Birgit Neumann, Martin Zierold |
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