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| Eingestellt von: | Neill Busse |
| Eingestellt am: | 21.08.2008 |
Was kann Literaturwissenschaft zu den Verhandlungen zwischen Literatur, Kultur, Medien und den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen beitragen? Wie haben sich die Debatten über interdisziplinäre Forschung in der jüngsten Zeit entwickelt? Und in welcher Beziehung steht die vergleichende Literaturwissenschaft zu anderen Formen der vergleichenden Wissenschaft, einschließlich der vergleichenden Geschichte, der vergleichenden Anthropologie sowie den Kulturwissenschaften? Mit diesen Fragen befassten sich über dreißig internationale DoktorandInnen auf der diesjährigen Hermes Summer School vom 15. bis zum 20. Juni am University College London. Unter dem Titel „Comparative Literature: Models for Interdisciplinarity in the Humanities?“ präsentierten auch sechs DoktorandInnen des Graduiertenzentrums ihre Dissertationsprojekte und diskutierten diese mit KollegInnen und international renommierten WissenschaftlerInnen der sechs europäischen Partneruniversitäten und der zwei affiliierten amerikanischen Universitäten.Im Rahmen des literaturwissenschaftlichen Hermes Netzwerks kooperiert das Graduiertenzentrum mit den Universitäten und Forschungseinrichtungen University College London, den niederländischen literaturwissenschaftlichen Graduiertenschulen, der Universität Åarhus, der Universität Leuven, der Universität Lissabon, der Universität von Santiago de Compostela sowie der Stanford University und der University of Wisconsin-Madison, die alternierend die Summer School für DoktorandInnen ausrichten. Die Themen der einwöchigen Summer School reichten von Literaturtheorie und Genre über Adaptionen und Re-Kontextualisierungen bis zu kultureller Architektur. Die Gießener DoktorandInnen Ksenia Robbe, Nagihan Haliloglu, Jelena Kovacevic, Denis Simon, Uwe Mayer und Katja Urbatsch stellten ihre Beiträge zur südafrikanischen und türkischen Literatur, zum Magic Realism, zu Oscar Wilde sowie zu Mythoskonstruktionen und zum New Economic Criticism zur Diskussion. Neben den produktiven Anregungen und neuen internationalen Kontakten gewannen die TeilnehmerInnen zudem erhellende Einblicke in die unterschiedlichen Wissenschaftskulturen der verschiedenen Länder. Einblicke in ihre aktuellen Forschungsprojekte gewährten renommierte WissenschaftlerInnen im Rahmen des eintägigen Symposiums, u.a. Sarah Kay, Professorin für französische Literatur an der Princeton University. Seine Gedanken zur Zukunft der literaturwissenschaftlichen Disziplinen legte Hans Ulrich Gumbrecht von der Universität Stanford in einem provokativen Vortrag dar, der zu anregenden Diskussionen über den gegenwärtigen Stand der Literaturwissenschaften führte. Gumbrecht vertrat u.a. die Sichtweise, dass lediglich solche Forschungsbeiträge das Prädikat „interdisziplinär“ verdienen, die sich weit über die Grenzen des eigenen Fachs, wie zu den Natur- und Ingenieurswissenschaften vorwagen. Denn es sei selbstverständlich, dass literaturwissenschaftliche Analysen andere geisteswissenschaftliche Perspektiven, wie die historische oder die philosophische einbeziehen. Ein großer Dank gilt den GastgeberInnen der diesjährigen Summer School für die hervorragende Organisation. Unter der Leitung von Prof. Tim Matthews organisierten die DoktorandInnen Delphine Grass, Miriam Heywood, Gesche Ipsen und Dragana Obradovic mit großem ehrenamtlichem Engagement diese in vielerlei Hinsicht bereichernde Tagung. Als hervorragende Gastgeber erwiesen sich die Londoner jedoch nicht nur hinsichtlich der Summer School, sondern auch als neutraler Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft: Denn die lokalen Pubs luden die DoktorandInnen unter dem Motto „Watch football, England can’t lose!“ zum abendlichen Fußballfernsehen ein. Katja Urbatsch |
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