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News-Board-Eintrag:
GCSC richtet Tagung zu „Raum und Bewegung in der Literatur“ aus

News-Kategorie:
Eingestellt von: Neill Busse
Eingestellt am: 21.08.2008

Von Ab-Stürzen, Fort-Schritten und Gedanken-Gängen in literarischen Texten, über Ha-has und Vorzimmer im Werk von Jean Paul, bis hin zu Literaturen, die selbst in Bewegung geraten – spannende, vieldimensionale und innovative Perspektiven auf „Raum und Bewegung in der Literatur“ eröffneten sich den ReferentInnnen und BesucherInnen der gleichnamigen Tagung, die vom 29. – 30. Mai 2008 im GCSC stattfand. Konzipiert und organisiert von Prof. Dr. Wolfgang Hallet und PD Dr. Birgit Neumann, versammelte die gemeinsam von GCSC und IPP veranstaltete Tagung neben Professoren und (Post-)DoktorandInnen aus den Kultur- und Literaturwissenschaften die Keynote-Speakers Prof. Dr. Ottmar Ette (Potsdam), Dr. Doris Bachmann-Medick (Göttingen) und Dr. Michael Frank (Konstanz).

RaumtagungZiel der Tagung war es, literarische Raumdarstellungen systematisch zu kartographieren und bislang eher statisch konzipierten Raummodellen dynamische Konzepte entgegenzustellen, die von der kulturellen Konstruktivität von Räumen und Grenzen ausgehen. Die Vorträge von Prof. Dr. Ottmar Ette, Dr. Doris Bachmann-Medick und Dr. Michael Frank lösten diese Zielsetzung nicht nur ein, sondern zeigten mit dynamischen, kontextorientierten und auch kulturtheoretisch wegweisenden Raumkonzepten anregende und aktuelle Forschungsfelder auf. Mit Ausführungen zu beispielsweise Grenz- und Endräumen in der Lyrik, Erinnerungsräumen bei Virginia Woolf bis hin zum absoluten Stillstand in Theaterperformances zeugten die Vorträge der (Post-)DoktorandInnen davon, wie vielseitig und produktiv am GCSC bereits mit der Kategorie Raum gearbeitet wird.

Von Stillstand war hingegen in den sich an die Vorträge anschließenden Diskussionen keine Spur, im Gegenteil, ExpertInnen wie DoktorandInnen profitierten gleichermaßen von einem offenen und anregenden Gesprächsklima. Bewegt war auch der Schauplatz der für BesucherInnen offenen Tagung, so nutzen viele interessierte ZuhörerInnen die Gelegenheit, einzelnen Vorträgen zuzuhören und ein ‚Ortsgespräch’ mit dem ein oder anderen Keynote Speaker zu führen. Als sich am Ende von zwei äußerst produktiven Tagen die zufriedenen TeilnehmerInnen auch selbst in Bewegung gen Heimat setzten, stand eigentlich nur noch eine Frage im Raum: Wann gibt es die Follow-Up Tagung? Konkrete Planungen hierzu existieren zwar noch nicht, aber alle Teilnehmenden und vor allem auch diejenigen, die der Tagung nicht beiwohnen konnten, dürfen sich schon jetzt auf den Sammelband freuen, in dem die wissenschaftlichen Erträge der Tagung einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Stefanie Bock