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Hinweise:
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„Grenze“ als Analysekategorie rückt gegenwärtig stark in den Fokus der Kultur-, Sozial- und Literaturwissenschaften (vgl. das Thema des diesjährigen Historikertags „Über Grenzen“, vgl. „Border-Studies“ usw.). Für die eigene Arbeit können die verschiedenen Formen der Umdeutung fruchtbar gemacht werden, die das Konzept der Grenze in jüngster Zeit erfahren hat: Eher in den Hintergrund rückt gegenwärtig das räumlich-territoriale Verständnis von Grenze als geopolitische Abgrenzung (Inklusion-Exklusion, Differenzbildung, Identitätssicherung, nationale Zugehörigkeit). Es verlagert sich auf ein kulturell-symbolisches Verständnis von Grenze als kulturelle Ordnungsgröße, soziale Praxis und diskursive Konstruktion (Austausch, Hybridität, Verhandlung, „bordering practices“). Die Vorstellung von Grenze als Linie wird dabei ersetzt durch Grenze als Zone des Übergangs, als Kontakt- und Verhandlungszone.
In der Master Class soll die Grenz-Diskussion ausgedehnt werden auf die Frage, wieweit aus den verschiedenen Abgrenzungsformen mittlerweile kulturelle Ordnungsschemata geworden sind, mit denen z.B. Eigenes von Fremdem, Europa vom Orient usw. unterschieden werden. Damit wird eine dritte Form der gegenwärtigen Grenzreflexion eröffnet. Diese weist Grenze nicht nur als Gegenstand der Erkenntnis aus, sondern auch als eine methodische Perspektive, die für jegliches kulturwissenschaftliches Arbeiten wichtig wird: ein epistemologisch-methodisches Verständnis von Grenze als Grenzdenken („border-thinking“), das eine dezentrierende Forschungshaltung nahelegt.
Die Master Class besteht aus 3 Teilen:
- Einführungsvorlesung
- Diskussion kurzer Texte
- Auseinandersetzung mit vorher eingereichten Fragen
Insgesamt soll die Grenzkategorie als interdisziplinäres „travelling concept“ diskutiert und daraufhin geprüft werden, inwiefern sie für die eigene Arbeit genutzt und in den spezifischen Grenzreflexionen der unterschiedlichen Disziplinen fundiert werden kann – sowohl in den Sozial- und Geschichtswissenschaften (Kolonialismus, Akteure, Grenzüberschreitungen, Gruppenzugehörigkeiten, Kartierungen, Grenzziehungspraktiken usw.) als auch in den Literaturwissenschaften (Horizont, Transgression, Ausgrenzungen, Grenzgänger, Schwellenzonen, Liminalität).
In einer 2-stündigen Ertragssitzung am Semesterende werden diese „Anwendungs“möglichkeiten zusammengetragen.
Diskussionsgrundlage:
Georg Simmel: Der Raum und die räumlichen Ordnungen der Gesellschaft, in: Monika Eigmüller/Georg Vobruba (Hg.): Grenzsoziologie. Die politische Strukturierung des Raumes. Wiesbaden: 2006, S. 15-23.
Ein weiterer kurzer Text (evtl. auch ein Filmausschnitt) folgen.
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