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LVA-Plan im SS 10
Lehrveranstaltung im SS 10
Prof. em. Dr. Helmut Dubiel: Metamorphosen der Kritik
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Semester:
SS 10
Dozent/-in:
Prof. Dr. em. Helmut Dubiel
Zeit und Ort:
Di, 13.07.2010, 18:00-20:00, Raum 001/Room 001 (Phil. I, GCSC Gebäude/Phil. I, GCSC Building)
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Erste Veranstaltung:
13.07.2010
Hinweise:
Die Tradition der kritischen Theorie hat keinen auf Dauer feststehenden Bedeutungsgehalt. Auf jeder Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung wird der Gehalt des Begriffs „kritisch“ neu bestimmt und damit zugleich auch das theoretische Fundament und der utopische Zuschnitt des kritischen Projekts. Nirgendwo ist festgelegt, ob „Kritik“ wie bei Marx auf die Veränderung der Produktionsverhältnisse zielt, oder wie bei Horkheimer und Adorno auf die utopische Imagination einer Gesellschaft jenseits der instrumentellen Vernunft oder wie bei Habermas auf die wohlfahrtsstaatliche und demokratische Zivilisierung des Kapitalismus. Was "Gesellschaftskritik" in einer Epoche jeweils heißt, lässt sich abstrakt aus der Konstellation von zwei Perspektiven erschließen, die beide in jenem berühmten Satz von Marx aus dem „18. Brumaire des Louis Bonaparte“ angesprochen werden, demzufolge die Menschen zwar ihre eigene Geschichte machen, aber eben nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen. Eine kritische Gesellschaftstheorie hätte sich an beiden Aspekten der Marx'schen Formulierung zu orientieren. Sie müsste sowohl die Zwangsförmigkeit, den Herrschaftscharakter, die Unverfügbarkeit gesellschaftlicher Verhältnisse analysieren. Zugleich müsste diese Analyse so angelegt werden, dass sie anschließt an das Reflexionsniveau und die Handlungsbereitschaft sozialer Akteure, kurzum an Menschen, die entschlossen sind, ihre Geschichte tatsächlich mit Willen und Bewusstsein zu machen. In meinem Vortrag versuche ich die jeweils vorausgesetzte Konfiguration von systemischem Zwang und kollektiver Freiheit auf den drei Entwicklungsstufen kritischer Theorie systematisch nachzuzeichnen. Zum Schluss soll der Versuch einer Neubestimmung kritischer Gesellschaftstheorie versucht werden.
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Information:
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