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Magie – Wunder und Fiktion
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Semester:
WS 09/10
Dozenten/-innen:
Dr. Kirsten Dickhaut
Dr. Axel Rüth
Zeit und Ort:
Fr, 22.01.2010, 10:00-16:00, Raum 25 / Room 25 (Phil. I, Haus B / Phil. I, Building B)
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Erste Veranstaltung:
15.01.2010
Teilnahme-
voraussetzung:
Anmeldung
Hinweise:
Nicht nur mit Paul Ricœur und Hayden White lässt sich das Erzählen als eine zentrale Sinnbildungsoperation verstehen, mittels derer sich Menschen seit jeher in der Welt orientieren. Das literarische Erzählen ist quasi nur die elaborierteste Form dieser Operation, die darin besteht, ein kontingentes Geschehen dem unendlichen Kontinuum der Zeit zu entreißen und ihm Bedeutung zu verleihen, indem man es zu einer Geschichte mit Anfang und Ende synthetisiert und solchermaßen aus bloßen Vorkommnissen bedeutungsvolle Ereignisse macht. Der zentrale Begriff eines so verstandenen Erzählens ist, in starker Anlehnung an Aristoteles, derjenige der Wahrscheinlichkeit. Gerade der Wahrscheinlichkeit stehen jedoch sämtliche übernatürliche Phänomene quasi-konträr entgegen, denn es bedarf jeweils bestimmter Plausibilisierungsstrategien oder entsprechender Gattungen, um von dem 'Anderen' erzählen zu können.
Der Workshop bietet die Gelegenheit, das Prinzip der Wahrscheinlichkeit in seiner historischen Variabilität am Beispiel von Magie und Wunder in Bezug auf den Begriff der Fiktionalität zu diskutieren. Ausgehend von der Beobachtung, dass Magie und Wunder in ihrer jeweiligen Darstellung (Eingriffe übernatürlicher Kräfte, Zauberei, der Kampf zwischen Gut und Böse, Werwölfe, Hexen oder Wiedergänger etc) stets an zwei Dinge gebunden sind: zum einen an ein "immanentes Wissen", zum anderen an bestimmte narrative Formen, sollen beide Aspekte in gemeinsamer Arbeit offengelegt und erschlossen werden. Für diesen epistemologischen Zugriff werden einschlägige Kurztexte der aktuellen Forschung zur Diskussion gestellt und in einem zweiten Teil des Workshops anhand von Beispielen systematisch diskutiert, die von den Workshopleitern eingeführt werden. Das Ziel des Workshops besteht darin, am Beispiel von Magie und Wunder die historische Genese des modernen Fiktionalitätsbegriffs kritisch zu rekonstruieren und so den Blick für die Problematik dieser vordergründig so selbstverständlichen (literatur-)wissenschaftlichen Kategorie zu schärfen.
Um den Workshop auch systematisch vorbereiten zu können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung, damit entsprechende Lektüren und Referate ggf. verteilt werden können.
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