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LVA-Plan im WS 09/10
Lehrveranstaltung im WS 09/10
Stadt – Raum – Erinnerung. Architekturgeschichte und kulturwissenschaftliche Theoriebildung
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Semester:
WS 09/10
Dozenten/-innen:
Dr. Scott Budzynski
Dr. Markus Späth
Zeit und Ort:
Mi, 04.11.2009, 14:00-17:00, Raum 001/Room 001 (Phil. I, GCSC Gebäude/Phil. I, GCSC Building)
04.11.:(Lektüresitzung)
18.11.: ab 14 Uhr (Exkursion)
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Erste Veranstaltung:
04.11.2009
Teilnahme-
voraussetzung:
Anmeldung
Hinweise:
In kulturwissenschaftlichen Erinnerungskonzepten spielt die Stadt oft eine zentrale Rolle. Der durch Architektur geprägte Stadtraum vermag nicht nur Gemeinschaft und Gesellschaft zu verkörpern, sondern erweist sich auch als Palimpsest: Die Vergangenheit kann in den Baustrukturen der Gegenwart wahrgenommen werden.
Frankfurt am Main steht als Stadtraum paradigmatisch dafür: Vor dem Zweiten Weltkrieg galt sie als einzigartiges Beispiel einer Großstadt mit erhaltenen Fachwerkhaus-Stadtkern, der jedoch bei den Luftangeriffen 1944 zum größten Teil ausgelöscht wurde. In der architektonischen Wiederherstellung Frankfurts spiegeln sich die heftigen Diskussionen um den Wiederaufbau in Deutschland nach 1945 wider. Einerseits bestand der Wille, die zerstörte Altstadt historisch wiederaufzubauen, andererseits wurden die Bombenschäden als Chance verstanden, die Stadt zu modernisieren und sie autogerecht mit aufgelockerten Wohnvierteln wiederaufzubauen. Schließlich etablierte sich in Frankfurt die neue Bauform der Hochhäuser, welche den Stadtraum heute entscheidend prägt.
In einem zweiteiligen Workshop werden wir uns dem Phänomen des Stadtraums mittels kulturwissenschaftlicher Theoriebildung nähern: In der ersten Sitzung werden wir theoretische Aspekte des Stadtraums anhand von Texten diskutieren, z.B. Michel Foucaults "Von anderen Räumen"(1967/84). Sie sollten uns eine Grundlage geben für das Verständnis der Überlagerung und Verdichtung von Epochen im selben Stadtraum. Der zweite Termin findet in Form einer Exkursion nach Frankfurt statt, um vor Ort die Diskussion zu vertiefen. Mit einem Spaziergang durch die Innenstadt werden wir das Verständnis für den Stadtraum als Palimpsest vertiefen. Wir fangen dabei mit der Stadtplanung im Mittelalter an und vergleichen die im mittelalterlichen Frankfurt inhärente Stadtvorstellung mit der Stadtplanung nach dem Zweiten Weltkrieg. Schließlich werden wir vor Ort nach prägenden Raumbilder aus den verschiedenen Epochen suchen und uns die Fragen stellen, welche historischen Bilder die Stadt noch prägen und wie diese in Verbindung mit den heutigen gebracht werden können.
Literatur wird noch rechtzeitig vor Veranstaltungstermin angekündigt.
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