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Lehrveranstaltung im WS 08/09
Dr. Doris Bachmann-Medick: Autor/Autorschaft/Autorität

 
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  • Seminar: GGK/GCSC/IPP | GCSC-Post Graduates | GCSC-Veranstaltungen/-Courses | Master Classes
  • Seminar: GGK/GCSC/IPP | IPP-Post Graduates | GCSC-Veranstaltungen/-Courses | Master Classes
Semester: WS 08/09
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
  • Mi, 26.11.2008, 10:00-14:00, Raum 001/Room 001 (Phil. I, GCSC Gebäude/Phil. I, GCSC Building)
  • Mi, 04.02.2009, 14:00-16:00, Raum 001/Room 001 (Phil. I, GCSC Gebäude/Phil. I, GCSC Building)
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Erste Veranstaltung: 26.11.2008
Teilnahme-
voraussetzung:
  • Anmeldung
Hinweise: Wir reden ganz selbstverständlich vom Autor oder der Autorin, wenn wir mit (literarischen) Texten zu tun haben. Kommen wir ohne solche Zuschreibungen nicht aus? Immerhin ist doch die Rede vom Verschwinden, ja Tod des Autors seit einiger Zeit unüberhörbar geworden. Der Verlust des Autors wurde im Zuge der poststrukturalistischen und postmodernen Kritik am Subjekt als einem autonomen Urheber beschworen und von der Diskursanalyse noch bekräftigt (Foucault, Barthes usw.). De facto scheint Autorschaft gegenwärtig durchaus eine abnehmende Rolle zu spielen, wenn man von globalen (Text-)Zirkulationen und Internet- Hypertexten ausgeht. Wie weit aber schleichen sich dennoch ‚Wiederbelebungsversuche’ des Autors ein? Wie weit wird gar seine Rückkehr verkündet? In dieser Master Class wollen wir uns auf die Suche nach Ansätzen begeben, die Autor und Autorschaft ausdrücklich rückzugewinnen versuchen. Besonders postkoloniale und ethnologische Ansätze sind hier aufschlussreich: Autoren kommen als kulturelle Akteure in den Blick – im Zusammenhang mit der Herausbildung einer ‚ethnographischen Subjektivität’ und einer kritischen kulturellen Autorität.

Diese Perspektive bietet nicht nur eine neue Herausforderung für LiteraturwissenschaftlerInnen, für die ja der Umgang mit Autorschaft zum täglichen Brot gehört. Sie betrifft auch die anderen Geschichts- und Kulturwissenschaften bis hin zu den Sozialwissenschaften. Auch für sie sind die dabei aufkommenden Fragen von Individualisierung, Urheberschaft, Verantwortung, Zuschreibung, Werk, Text, Diskurs, (kultureller) Autorität, Schreiben, geistigem Eigentum usw. zentral.

Neben einer Einführungsvorlesung zur „Rückkehr des Autors? Literatur und kulturelle Autorität in der interkulturellen Kommunikation“ soll eine Diskussionsgrundlage geschaffen werden, die das Problemfeld von Autorschaft und Autorität gerade auch für die eigene Arbeit fruchtbar machen kann.

Diskussionsgrundlage:
Foucault, Michel: „Was ist ein Autor?“ In: Texte zur Theorie der Autorschaft. Hg. u. kommentiert von Fotis Jannidis u. a. Stuttgart 2000, S. 198-229.
Clifford, James: „Über ethnographische Selbststilisierung: Conrad und Malinowski“, in: Doris Bachmann-Medick (Hg.): Kultur als Text. Die anthropologische Wende in der Literaturwissenschaft. 2. aktual. Aufl. Tübingen, Basel 2004, S. 194-225, hier S. 194- 205.