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Lehrveranstaltung im WS 08/09
Interdependenzen/Intersektionalität als korrektive Methodologie in den Literatur- und Kulturwissenschaften

 
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  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | GCSC-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Forschungsworkshops/Research Seminars
  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | GGK-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Forschungsworkshops/Research Seminars
  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | IPP-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Forschungsworkshops/Research Seminars
Semester: WS 08/09
Dozenten/-innen:
Zeit und Ort:
  • Do, 15.01.2009, 14:00-18:00, Raum 001/Room 001 (Phil. I, GCSC Gebäude/Phil. I, GCSC Building)
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Erste Veranstaltung: 15.01.2009
Teilnahme-
voraussetzung:
  • Anmeldung
Hinweise: In einem gemeinsamen Vortrag wollen wir den Anwendungspotentialen queerer interdependenter Lektürepraktiken in der Literaturwissenschaft nachgehen. Aus der Perspektive anglistischer Postcolonial Studies und germanistischer Mediävistik soll eine historische, interdependente Narratologie bzw. eine Lektürepraxis der intertextuellen Verweise in der Konstruktion von interdependent verfassten Identitäten entworfen werden.
Unter der Problematisierung der Historizität spezifischer Kategorien und Herrschaftsformationen wie Geschlecht, race oder Heteronormativität beleuchtet der mediävistische Teil des Vortrags die Figur des Galahot im sogenannten mittelhochdeutschen Prosalancelot im Kontext seiner Verortung innerhalb vielfältiger Begehrensstrukturen und Figurenkonstellationen. Am Beispiel von The Black Album von Hanif Kureishi werden im zweiten Abschnitt männliche Krisennarrative in ihrer interdependenten Verortung zwischen Geschlecht, Sexualität, Ethnizität, Generation und Religion im zeitgenössischen Großbritannien in den Blick genommen.
Wir verstehen literarische Figuren als Matrizen von simultan- oder ko-artikulierten Differenzkategorien, deren Identität narrativ interdependent erzeugt wird. Aus diesem Grund sollte Narratologie nicht nach gender, queer, postkolonialen oder feministischen Ansätzen trennen, sondern eine integrale Perspektive anstreben, die die Analyse von Charakteren entlang ihren verschiedenen konstituierenden Achsen zu untersuchen ermöglicht. In diesem Zusammenhang thematisieren wir auch die Frage, inwiefern es sich bei Interdependenz um eine Methode oder Methodologie handelt, und welche konkreten Effekte dies auf die eigene Vorgehensweise haben kann.

Der Workshop wird organisiert von der Sektion 2, richtet sich jedoch an alle interessierten (Post-) DoktorandInnen von GGK, GCSC und IPP. Die Vorbereitungslektüre wird ab 01.09. im Ordner der Sektion 2 im GCSC-Sekretariat (Raum 006) bereit gestellt.

Vorbereitungslektüre:
Dietze, Gabriele, Elahe Haschemi Yekani und Beatrice Michaelis. „'Checks and Balances.' Zum Verhältnis von Intersektionalität und Queer Theory“, in: Katharina Walgenbach et al. (Hg.). Gender als interdependente Kategorie. Interventionen und neue Perspektiven auf Intersektionalität, Diversität und Heterogenität aus den Gender Studies. Opladen: Budrich, 2007. S.107-139.
Optional können auch die Primärtexte (The Black Album von Hanif Kureishi und der Prosalancelot) vorbereitend gelesen werden.

Die Referentinnen:
Elahe Haschemi Yekani, M.A.
studierte Anglistik/Amerikanistik sowie Theaterwissenschaft/ Kulturelle Kommunikation an der Humboldt- Universität zu Berlin und der University of Westminster, London. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anglistik und Amerikanistik an der HU Berlin.
Von 2005-2007 war sie im DFG-Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“ Promotionsstipendiatin. Zurzeit arbeitet sie an der Fertigstellung ihrer Dissertation „The Privilege of Crisis“, die sich mit Narrativen kolonialer und postkolonialer hegemonialer und marginalisierter Männlichkeiten in Großbritannien beschäftigt.

Beatrice Michaelis, M.A.
studierte Anglistik/Amerikanistik sowie Ältere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Westminster, London. Von 2005 bis 2007 war sie Stipendiatin des DFGGraduiertenkollegs „Geschlecht als Wissenskategorie“. Derzeit ist sie als wissenschaftliche Hilfskraft und Lehrbeauftragte an der TU Dresden tätig und arbeitet an der Fertigstellung ihrer Dissertation mit dem Titel: „(Dis)Artikulationen von Begehren als Schweigeeffekte im wissenschaftlichen und literarischen Reden über sexuelles Begehren, Geschlecht und Körper des Hoch- und Spätmittelalters“.