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Hinweise:
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In einem gemeinsamen Vortrag wollen wir den
Anwendungspotentialen queerer interdependenter
Lektürepraktiken in der Literaturwissenschaft
nachgehen. Aus der Perspektive anglistischer
Postcolonial Studies und germanistischer Mediävistik
soll eine historische, interdependente Narratologie
bzw. eine Lektürepraxis der intertextuellen
Verweise in der Konstruktion von interdependent
verfassten Identitäten entworfen werden.
Unter der Problematisierung der Historizität spezifischer
Kategorien und Herrschaftsformationen wie
Geschlecht, race oder Heteronormativität beleuchtet
der mediävistische Teil des Vortrags die Figur
des Galahot im sogenannten mittelhochdeutschen
Prosalancelot im Kontext seiner Verortung innerhalb
vielfältiger Begehrensstrukturen und Figurenkonstellationen.
Am Beispiel von The Black Album
von Hanif Kureishi werden im zweiten Abschnitt
männliche Krisennarrative in ihrer interdependenten
Verortung zwischen Geschlecht, Sexualität,
Ethnizität, Generation und Religion im zeitgenössischen
Großbritannien in den Blick genommen.
Wir verstehen literarische Figuren als Matrizen von
simultan- oder ko-artikulierten Differenzkategorien,
deren Identität narrativ interdependent erzeugt
wird. Aus diesem Grund sollte Narratologie nicht
nach gender, queer, postkolonialen oder feministischen
Ansätzen trennen, sondern eine integrale
Perspektive anstreben, die die Analyse von Charakteren
entlang ihren verschiedenen konstituierenden Achsen zu untersuchen ermöglicht. In diesem
Zusammenhang thematisieren wir auch die Frage,
inwiefern es sich bei Interdependenz um eine Methode
oder Methodologie handelt, und welche konkreten
Effekte dies auf die eigene Vorgehensweise
haben kann.
Der Workshop wird organisiert von der Sektion 2,
richtet sich jedoch an alle interessierten (Post-)
DoktorandInnen von GGK, GCSC und IPP.
Die Vorbereitungslektüre wird ab 01.09. im Ordner
der Sektion 2 im GCSC-Sekretariat (Raum 006) bereit
gestellt.
Vorbereitungslektüre:
Dietze, Gabriele, Elahe Haschemi Yekani und Beatrice
Michaelis. „'Checks and Balances.' Zum Verhältnis
von Intersektionalität und Queer Theory“,
in: Katharina Walgenbach et al. (Hg.). Gender als interdependente
Kategorie. Interventionen und neue
Perspektiven auf Intersektionalität, Diversität und Heterogenität
aus den Gender Studies. Opladen:
Budrich, 2007. S.107-139.
Optional können auch die Primärtexte (The Black
Album von Hanif Kureishi und der Prosalancelot)
vorbereitend gelesen werden.
Die Referentinnen:
Elahe Haschemi Yekani, M.A.
studierte Anglistik/Amerikanistik sowie Theaterwissenschaft/
Kulturelle Kommunikation an der Humboldt-
Universität zu Berlin und der University of
Westminster, London. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin
am Institut für Anglistik und Amerikanistik
an der HU Berlin.
Von 2005-2007 war sie im DFG-Graduiertenkolleg
„Geschlecht als Wissenskategorie“ Promotionsstipendiatin.
Zurzeit arbeitet sie an der Fertigstellung
ihrer Dissertation „The Privilege of Crisis“, die sich
mit Narrativen kolonialer und postkolonialer hegemonialer
und marginalisierter Männlichkeiten in
Großbritannien beschäftigt.
Beatrice Michaelis, M.A.
studierte Anglistik/Amerikanistik sowie Ältere
deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu
Berlin und der University of Westminster, London.
Von 2005 bis 2007 war sie Stipendiatin des DFGGraduiertenkollegs
„Geschlecht als Wissenskategorie“.
Derzeit ist sie als wissenschaftliche Hilfskraft
und Lehrbeauftragte an der TU Dresden tätig und
arbeitet an der Fertigstellung ihrer Dissertation mit
dem Titel: „(Dis)Artikulationen von Begehren als
Schweigeeffekte im wissenschaftlichen und literarischen
Reden über sexuelles Begehren, Geschlecht
und Körper des Hoch- und Spätmittelalters“.
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