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Lehrveranstaltung im WS 11/12
Filmreihe: (Anti-) Kolonialismus auf der Leinwand

 
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  • Kurs: GGK/GCSC/IPP | GCSC-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Zusätzliche Kurse/Extra Courses
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  • Kurs: GGK/GCSC/IPP | IPP-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Zusätzliche Kurse/Extra Courses
Semester: WS 11/12
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
  • Di, 18.10.2011, 18:30-20:30, N/A (N/A)
  • Mi, 02.11.2011, 18:30-20:30, Raum 30 / Room 30 (Phil. I, Haus C / Phil. I, Building C)
  • Di, 15.11.2011, 18:30-20:30, N/A (N/A)
  • Di, 29.11.2011, 18:30-20:30, N/A (N/A)
  • Di, 13.12.2011, 18:30-20:30, N/A (N/A)
  • Di, 10.01.2012, 18:30-20:30, N/A (N/A)
  • Di, 24.01.2012, 18:30-20:30, N/A (N/A)
  • Di, 07.02.2012, 18:30-20:30, N/A (N/A)

Alle Vorführungen – außer Mittwoch, 02.11.11 (Phil. I, Raum C30) – dienstags ab 18.30 Uhr in der Alten UB, Bismarckstr. 37, Gießen.
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Erste Veranstaltung: 18.10.2011
Hinweise: Die dritte Welle der Dekolonisation und die damit verbundene sukzessive und oft gewaltsame Auflösung der globalen Kolonialreiche zählen zu den folgenschwersten Prozessen des 20. Jahrhunderts. In ihrer Kernphase, beginnend mit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 und endend mit dem Rückzug Portugals aus seinen zentralafrikanischen Kolonien im Jahr 1975, entstanden weltweit über 100 neue Staaten. Damit veränderten sich radikal die Lebenswelten von Millionen Menschen, die sich in neu gegründeten (National-)Staaten wieder fanden, deren Grenzen von den Kolonialmächten mit dem Lineal und oftmals willkürlich gezogen wurden. Gleichzeitig sahen sich die neuen Eliten vor die Herausforderungen gestellt, die Versprechen des antikolonialen Kampfes nach Entwicklung und Wohlstand unter extrem ungünstigen Rahmenbedingungen einzulösen; ein Unterfangen, das oftmals in Zwangsmaßnahmen und Gewaltaktionen gegen die eigene Bevölkerung ausartete. Auf der anderen Seite mussten auch die Gesellschaften der ehemaligen Kolonialmächte ihr Selbstverständnis und ihre Stellung in der Welt neu austarieren. Sie mussten den ‚Verlust’ der Kolonien deuten und mit Sinn versehen, die oftmals blutigen Kolonialkriege beispielsweise in Indochina oder Algerien und deren Folgen verarbeiten und Rückkehrer aus den Kolonien integrieren was oftmals umfangreiche Debatten über das Selbstverständnis und die Identität der jeweiligen Nation nach sich zog.

Die Film- und Vortragsreihe „(Anti-)Kolonialismus auf der Leinwand“ will durch Vorträge und gezeigte Filme ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Kolonialismus, Antikolonialismus und Dekolonisierung von enormer Bedeutung für die Zeitgeschichte sind und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entscheidend prägten und bis heute prägen. Darüber hinaus sollen die vorgestellten Filme daraufhin befragt werden, inwieweit sie mit ihrer Ästhetik und ihren Aussagen in den politischen Diskurs und/oder die Erinnerungs- und Geschichtspolitik eingreifen, welcher die Auflösung der Kolonialreiche begleitete. Speziell soll das Augenmerk darauf gelegt werden, wie sie u.a. die europäische Kolonialherrschaft und antikoloniale Unabhängigkeitsbewegungen bewerten, den Verlauf der Dekolonisation erklären, die oftmals komplexen und extrem gewaltsamen Ereignisse und Entwicklungen der Dekolonisation narrativ strukturieren und inwiefern auf koloniale Kontinuitäten in der postkolonialen Weltordnung Bezug genommen wird. Des Weiteren soll nach den Filmproduzenten, nach den filmischen Traditionen, nach dem Publikum und der Rezeption der jeweiligen Filme gefragt werden, die nicht selten große Skandale und umfangreiche gesellschaftliche Debatten auslösten. Zudem wird kritisch reflektiert, inwiefern und warum selbst manche dezidiert kolonialkritische Filme der Gefahr erliegen, koloniale und neo-koloniale Narrative zu reproduzieren anstatt sie radikal zu unterlaufen?


Vorträge

18.10. Christoph Pasour: Sogar der Regen (2010)

02.11. Johannes Pause: The Battle of Algiers (1966)

15.11. Marian Kaiser: Apocalypse now! (1979)

29.11. Jürgen Dinkel: Der lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörder (1965)

13.12. Kai Nowak: Africa Addio (1966)

10.01. Raphael Hörmann: Burn! (1969)

24.01. Ulrike Heine: Bloody Sunday (2002)

07.02. Heiko Wegmann: Heia Safari (1966); Rider without a horse (2009)


Der Eintritt ist frei!