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Lehrveranstaltung im WS 11/12
Rudolf de Cillia & Stefan Rohdewald: Identitätsdiskurse im östlichen Europa. Theoretische und methodische Zugänge

 
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  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | GCSC-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Master Classes
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  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | IPP-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Master Classes
Semester: WS 11/12
Dozenten/-innen:
Zeit und Ort:
  • Fr, 11.11.2011, 09:45-17:30, N/A (N/A)

Die Veranstaltung findet im GiZo-Konferenzraum im Phil I statt: Otto-Behaghel-Straße 10, Haus E, Raum 209.
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Erste Veranstaltung: 11.11.2011
Hinweise: In den vergangenen fünfzehn Jahren hat die Forschung zu „Identitäten“ einen beispiellosen Boom erlebt. Legte der Begriff der Identität in seiner ursprünglichen Verwendung noch einen a priori existierenden und im Grunde unveränderlichen Wesenskern von Individuen oder Gruppen nahe, so wird heute in der Regel von multiplen, immer wieder neu konstruierten und einander überlagernden Entwürfen von Selbst und Gemeinschaft gesprochen. Obwohl bald die Frage aufgeworfen wurde, inwiefern für solche Entwürfe der Begriff der Identität überhaupt noch sinnvoll zu verwenden ist, gehört ‚Identität’ weiterhin zu den Leitbegriffen der Kultur- und Sozialwissenschaften. Dabei wird zur Bewältigung dieses Begriffes häufig auf verschiedene Formen der Diskursanalyse zurückgegriffen – die jedoch selbst mehr ein Methodenfeld als eine klar umrissene Methode ist und daher ebenso wie der Identitätsbegriff weiterer Klärung bedarf. In der Master Class sollen unterschiedliche methodische Zugänge zur Analyse von Identitätsdiskursen diskutiert werden.

Ausgehend von den Bedürfnissen empirischer Forschung soll der Fokus der Master Class auf theoretischen und methodischen Fragen liegen. An der Schnittstelle zwischen inhaltlicher Arbeit und Methode soll die Master Class den Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen wie etwa Sozial- und Geschichtswissenschaften sowie Philologien fördern und den DoktorandInnen des Verbundprojektes die Möglichkeit geben, ihre Arbeiten mit etablierten WissenschaftlerInnen zu diskutieren, die sich bereits seit längerer Zeit mit Identitätsdiskursen beschäftigen. Anhand der jeweils eigenen inhaltlichen Arbeit soll in den einzelnen Vorträgen unter anderem auf folgende Fragestellungen eingegangen werden:

  • Welches Konzept von „Identität“ liegt der Untersuchung zugrunde? Welche Stärken hat der Identitätsbegriff als Analyseinstrument, wo können Probleme auftreten? Welche Alternativen zum Identitätsbegriff werden vorgeschlagen?
  • Mithilfe welcher Instrumente können „Identitäten“ und „Identitätskonstruktionen“ in den Quellen identifiziert werden?
  • Wie wird in der jeweiligen Arbeit der konstruierte Charakter von Identitäten diskursanalytisch fassbar gemacht?
  • Welches Verständnis von „Diskurs“ (insbesondere „Identitätsdiskurs“) wird vertreten?

Die Master Class wird vom Verbundprojekt „Kulturelle Prozesse und Identitätsdiskurse im östlichen Europa“ (gefördert von der DFG) des Gießener Graduiertenzentrum Östliches Europa (GiZo) organisiert.


Lektüre:

  • Cillia, R., Reisigl, M., Wodak, R. (1999) ‘The Discursive Construction of National Identities’, Discourse and Society 10:1, 149-173.
  • Cillia, R., Wodak, R. (2007): „Katastrophe und Wiedergeburt“. Zur diskursiven Konstruktion gemeinsamer Geschichte im Österreich des Jahres 2005. In: Redder, Angelika (Hrsg.): Diskurse und Texte. Festschrift für Konrad Ehlich zum 65. Geburtstag. Tübingen: Stauffenburg: 117-128.
  • Cillia, R. (2011): Ausgrenzung durch Sprache. In: Quart. Zeitschrift des Forums Kunst-Wissenschaft-Medien. Sondernummer 2011. 25-33
  • Reisigl, M., Wodak, R. (2009): The Discourse-Historical Approach (DHA). In: Wodak, Ruth; Meyer, Michael (Hg.): Methods of critical discourse analysis. 2. publ., reprint. London u.a.: Sage (Introducing qualitative methods), S. 87–121.
  • Frederik Barth, Ethnic Groups and Boundaries. The Social Organization of Culture Difference, Bergen 1969, Kapitel Introduction, S. 9-38
    Bis Seite 37 ist dieser Text im Internet frei zugänglich: http://isites.harvard.edu/fs/docs/icb.topic228815.files/Week_2/Barth%20Introduction%20Ethnic%20Groups%20and%20Boundaries%20.pdf
  • Ekaterina Emeliantseva, Arié Malz, Daniel Ursprung, Einführung in die Osteuropäische Geschichte, Zürich 2008, Kapitel "Ethnogenese und Nationsbildung", S. 45-91.
  • Stefan Rohdewald, Figures of (Trans-)National Religious Memory of the Orthodox Southern Slavs before 1945: An Outline on the Examples of SS. Cyril and Methodius, in: Trames. Journal of the Humanities and Social Sciences (Special Issue: Memory between Disciplines: Inter- and Transdisciplinary Perspectives in Current MemoryStudies) 12 (2008) 3, S. 287-298. http://www.kirj.ee/public/trames_pdf/2008/issue_3/trames-2008-3-287-298.pdf