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Lehrveranstaltung im SS 11
Doris Bachmann-Medick: Identität – eine umstrittene Kategorie

 
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  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | GCSC-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Master Classes
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  • Workshop: GGK/GCSC/IPP | IPP-Post Graduates | Gemeinsame Veranstaltungen/Conjoint Courses | Master Classes
Semester: SS 11
Dozent/-in:
Zeit und Ort:
  • Di, 07.06.2011, 10:00-14:00, Raum 25 / Room 25 (Phil. I, Haus B / Phil. I, Building B)
  • Di, 05.07.2011, 11:00-13:00, Raum 25 / Room 25 (Phil. I, Haus B / Phil. I, Building B)
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Erste Veranstaltung: 07.06.2011
Teilnahme-
voraussetzung:
  • Anmeldung
Hinweise: Nach dem Höhepunkt der Identitätsdebatten in den 1980er und 1990er Jahren scheint „Identität“ erstaunlicherweise immer noch eine Schlüsselkategorie in den Kultur- und Sozialwissenschaften zu sein. Auch in den meisten Arbeiten am GCSC spielt dieser Begriff direkt oder indirekt eine Rolle. Und doch handelt es sich um eine höchst problematische, umstrittene Kategorie. In der Master Class sollen die gegenwärtige Reichweite sowie die positive und negative Einschätzung der Identitätskategorie diskutiert werden. Inwieweit können wir mit dem Begriff der „Identität“ überhaupt noch angemessen arbeiten?


Deutlich zu unterscheiden ist jedenfalls zwischen Identität als politischer Praxiskategorie, mit der sich soziale Bewegungen organisieren lassen (vgl. Identity Politics), und Identität als wissenschaftlicher Analysekategorie. Eine Aufgabe der Master Class wird sein, den Identitätsbegriff als weitgespannten „umbrella term“ kritisch zu überprüfen. Unsere Diskussion wird sich weniger auf Fragen der personalen Identität als auf Probleme kollektiver Identität richten – auf akteursorientierte versus ergebnis- und zuschreibungsorientierte Formen von Identität und Identifikation. Über den (alltäglichen) Gebrauch des Identitätsbegriffs hinaus soll nach seiner Brauchbarkeit als wissenschaftlicher Analysekategorie gefragt werden – danach, wie ein kulturwissenschaftliches Verständnis von Identität aussehen könnte. Oder sollten wir eher versuchen, stärker differenzierende Äquivalenz- bzw. Alternativbegriffe zu entwickeln? Für diese Frage könnten Rückbezüge auf Ansätze, Einsichten und Ergebnisse der eigenen Arbeit aufschlussreich sein.


Die Master Class besteht im 1. Teil aus einer Einführungsvorlesung zu unterschiedlichen, historisch begründbaren Ansätzen, die gegenwärtig das Identitätskonzept prägen, es aber auch kritisieren oder umdeuten. Sie gibt disziplinenübergreifende Einblicke in aktuelle Problemstellungen und Diskurse politischer, ethnischer, kultureller, genderbezogener Identität – mit Blick auf kritische Zurückweisungen, aber auch auf neuere positive Inanspruchnahmen dieser Kategorie.

Im 2. Teil richtet sich die Lektürediskussion auf einen diskurskritischen, zukunftweisenden Text „Beyond Identity“. Wie die Verknüpfung der Thematik der Master class mit den jeweiligen Dissertationsprojekten im Einzelnen aussehen kann, wird im 3.Teil der Master Class, der Diskussion vorher eingereichter Fragen, zur Sprache gebracht, zusätzlich noch in einer 2-stündigen Ertragssitzung gegen Ende des Semesters.


Die Master Class steht in Verbindung mit der Research Area 6 „Culture and Identities“, ist aber selbstverständlich offen auch für andere Teilnehmer/innen.


Diskussionsgrundlage:
Rogers Brubaker/Frederick Cooper: Beyond “Identity", in: Theory and Society, Vol. 29, No. 1 (February 2000), 1-47.