
Um angehende DoktorandInnen bereits frühzeitig für diese Anforderungen zu wappnen, fanden während des Infotages verschiedene Gruppenberatungen zur Themenfindung in den Kulturwissenschaften sowie zur Forschungsfinanzierung statt. Insgesamt zehn Stipendien konnte das seit 2006 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder geförderte GCSC im Jahr 2009 vergeben. „Eine Mitgliedschaft" so betonte Professor Ansgar Nünning, „lohnt sich jedoch auch ohne eines der GCSC Stipendien. Denn sie bringt durch rege Vernetzung und intensive Betreuung konkrete Vorteile für die Qualität der Forschungsarbeit.“
So when the Linguistic Society of America (LSA) announced that its biannual summer school, the Linguistic Institute, would be held at Berkeley in 2009, I was overjoyed. The Linguistic Institute is in itself one-of-a-kind, bringing together the world’s leading linguists and junior scholars, who spend 6 weeks every other summer discussing the latest developments and approaches in the field. For all these reasons, participating in a Linguistic Institute at Berkeley was sort of a dream-come-true to a nerdy linguist like me. So thus it was that thanks to a generous GCSC travel grant and holiday allowance, I boarded a flight to San Francisco in late June to spend the next four weeks as a Visiting Scholar at Berkeley and the Linguistic Institute.
At the Institute, I took classes with George Lakoff, Mark Turner, Gilles Fauconnier, Teenie Matlock, Adele Goldberg, Bill Croft and Mike Tomasello. The sheer “rock star” status of most of the faculty was slightly overwhelming at first – after all, you were suddenly taught by the very person whose books you adore – but thanks to the very relaxed, informal and generally low-key approach the faculty employed, we students soon found ourselves engaged in lively discussions about all those things that make linguists tick. Why, oh why, do so many still follow Chomskyan linguistics? Where does language come from? How is language represented in the mind and brain? And what makes a verb a verb? These discussions were not limited to the classroom, but extended over lunch breaks, evening receptions, social programmes and even party nights. Being exposed to four weeks of non-stop linguistic talk naturally made my brain go wild with ideas for my project, and led to me learning a lot about the field in general. But Berkeley’s classrooms and lecture theatres was where most of the magic happened. 
Die Summer School fing offiziell im prächtigen Casa de Europa auf einem Campusteil der Universidade de Santiago de Compostela an. Bei einem kleinen Umtrunk schlossen die Summer Schüler erste Kontakte mit den LeiterInnen und MitsprecherInnen ihrer thematisch ausgerichteten Sessions, die am Nachmittag des 22. Junis begannen: Sibylle Baumbach präsentierte die Session „Literature as a Force for Emergence“ mit Beiträgen aus Aarhus und Lissabon.
Professor Nünning stellte mit seiner Keynote „Travelling Concepts and Travelling Theorists: Exploring Literary Emergence, Questioning ‚Post-Theory’, and Reconceptualizing ‚Europeanness’“ gleich großräumig und stichhaltig die Hauptthesen der Summer School in Frage. Er ging unter anderem auf die Unmöglichkeit von Post-Theory im Kontext nie theoriefreier Literatur-Geschichtsschreibung sowie auf den rein metaphorischen Gebrauch des Konzepts der „Emergence“ ein.
Teilnehmer der HERMES Summer School während der Stadtführung
'Internationalisierung', wie eine Zauberformel klingt dieses Wort in aller Munde, wenn man deutsche Hochschulen ihres rückständigen Images entledigen will. Dass sich dahinter am Gießener Graduiertenzentrum mehr verbirgt, als bloß eine leere Worthülse, verdeutlichen bereits die drei obigen Summer School-Texte.Am zweiten Maiwochenende tagte die unabhängige, überregionale „AG Kulturkontakt“ mit großzügiger Unterstützung des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) in Gießen. Die Arbeitsgemeinschaft verbindet NachwuchswissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Institutionen. So kamen diesmal elf DoktorandInnen und Postdoktorandinnen aus München, Tübingen, Kiel, Bremen, Mainz, Rostock und vom GCSC selbst zusammen.
Die TeilnehmerInnen bearbeiten themenverwandte Forschungsprojekte aus dem Blickwinkel verschiedener kulturwissenschaftlicher Disziplinen (derzeit Geschichts-, Literatur-, Sprach- und Politikwissenschaften). Die AG hilft ihnen, sich informell zu vernetzen, im Dialog zwischen den Fachkulturen die eigene Forschungspraxis zu reflektieren und sich gemeinsam mit Konzepten und Theorien über Begegnungen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturen zu beschäftigen. Zu diesem Zweck stand am Samstagvormittag ein Lektüre-Workshop auf dem Programm. Als Grundlage dienten drei vorab ausgewählte Texte zur Fortführung der Orientalismus-Kritik Edward Saids und zum Konzept des „Dritten Raums“. In der spannenden und lebhaften Diskussion ergaben sich rasch Bezüge zu den individuellen Forschungsinteressen. Obwohl sich die Forschungen der TeilnehmerInnen geographisch von Afrika bis Grönland und von Südamerika bis Zentralasien erstrecken und chronologisch die Zeit vom 16. bis zum 21. Jahrhundert abdecken, zeichneten sich rasch zahlreiche Verbindungen zwischen den einzelnen Arbeiten ab, die Perspektiven für die weitere Arbeit des Netzwerks eröffneten.
In einer zweiten Sitzung am Nachmittag ging es um die Zukunft der AG, um mögliche inhaltliche Fokussierungen und um künftige gemeinsame Vorhaben. Mit dem Ziel, ein Positionspapier zu entwerfen, ging die Gruppe der Frage nach, wie sich „Kulturkontakte“ mit Blick auf die eigenen Forschungsschwerpunkte konkretisieren lassen. Die TeilnehmerInnen sammelten zunächst Metaphern, Akteure und Konzepte, um ein gemeinsames Feld abzustecken, und stellten entsprechende methodische Zugänge und zentrale Fragestellungen der Forschung über Kulturkontakte zusammen. Mit dem Positionspapier möchte die Arbeitsgruppe eine eigenständige Programmatik formulieren, um konkrete Projekte (Tagung, Publikation) in Angriff nehmen und eine international wahrnehmbare Außendarstellung aufbauen zu können.
Am Sonntagvormittag besprachen die TeilnehmerInnen bei einem gemütlichen Brunch abschließend Organisatorisches, etwa die interne Kommunikation sowie Dokumentation und Planung der Treffen. Als Ergebnisse des AG-Treffens in Gießen werden nun eine kommentierte Bibliographie einschlägiger Literatur zusammengestellt, das Positionspapier fortentwickelt und eine Internetpräsenz gestaltet.
Über das gesamte Wochenende tauschten sich alle nicht nur fachlich, sondern in angeregten Gesprächen auch persönlich aus: beim Kaffee, über dem Mittagessen und abends in der Kneipe. Wie konstruktiv die Arbeitsatmosphäre war, lässt sich daran erkennen, dass alle Beteiligten sowohl am Workshop als auch an der AG-Sitzung teilnahmen, obwohl diese unabhängig voneinander besucht werden konnten. Wir freuen uns daher besonders, in Gießen neue Mitglieder hinzu gewonnen zu haben. Die AG möchte die bisherige, erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem GCSC gern weiter stärken. Interessierte DoktorandInnen und PostdoktorandInnen des GCSC, IPP, PhDnet und GGK sind herzlich willkommen, und als Ansprechpartnerinnen stehen wir jederzeit zur Verfügung.
Das Themenspektrum der Master Classes reichte von disziplinenübergreifenden Veranstaltungen wie Doris Bachmann-Medicks Master Class zu „Travelling Concepts/ Travelling Theories“ bis hin zu vornehmlich literaturwissenschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen wie Professor Gumbrechts Master Class zum Konzept der Stimmung in zeitgenössischer Literatur. Letztere war sicherlich ein ganz besonderes Highlight im vergangenen Giessener Herbst. Ziel der Master Class war zum einen, das Konzept der Stimmung als ein Schlüsselkonzept literarischer Texte zu erarbeiten und im Kontext der Entwicklung metahistorischer und transkultureller Definitionen von Literatur zu diskutieren. Zum anderen ging es darum, historische Beispiele in Hinblick auf das Konzept der Stimmung zu analysieren. Dabei zeigte sich, dass ein besonderes Potenzial der Diskussion um Stimmung darin besteht, den Blick zurückzulenken auf grundlegende literaturtheoretische Fragen nach dem Wesen und dem Erkenntniswert der Literatur.
Demgegenüber widmete sich Doris Bachmann-Medick den Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen und Entwicklungen von fächerübergreifenden Diskursen. Die Transformation des Konzepts der Hybridität hin zu einem Konzept von Übersetzung führte Bachmann-Medick zu den weiter gehenden Fragen, inwiefern diese ‚Reise’ des Hybriditätskonzepts geradezu das Konzept von travelling concepts/travelling theories überhaupt verändert.
In der Anschlussdiskussion traten insbesondere Fragen zur heutigen Situation der Entwicklungshilfe in den Vordergrund, genauer gesagt zur Möglichkeit von Hilfsvarianten, deren Diskurse keine neuerliche Bekräftigung europäischer Überlegenheit bedeuten würden. Die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Strowick ging in ihrem Vortrag „Verdacht: Zeichen der Moderne“ von der These aus, dass die Moderne bestimmte Arten des Verdachts (z.B. Formen des Ressentiments und Praktiken der Selbstdisziplinierung) hervorgebracht hat, und durchleuchtete die hierin angelegte Allianz von moderner humanwissenschaftlicher Wissensproduktion und Technologien des Selbst mit Bezug auf Texte Franz Kafkas.
Jane E. Harrisons Werk im Kontext moderner Aneignungen der Antike um 1900“ einen Einblick in Werk und Denken einer der ersten Religionsforscherinnen. Unter dem Titel “Commemorating Death, Obscuring Life? The Conundrums of Memorialization” rückte Leora Auslander am Beispiel von Shoah, Sklavenhandel und der Ausrottung amerikanischer Ureinwohner die Frage nach angemessenen Arten des Erinnerns ins Zentrum des Interesses. Und schließlich näherte sich Michi Knecht dem ethisch brisanten Thema „In-VitroFertilisation als globale Form: Ethnographisches Wissen und die Transnationalisierung von Reproduktionstechnologien.“


Ihr Fazit: Es gibt eine Menge Arbeit, aber auch jede Menge Spaß. Mit diesem ausgewogenen Verhältnis ging auch eTransfers durch die wunderbare Organisation der Londoner GastgeberInnen an den Start. Denn jenseits der konzentrierten Arbeit gab es eben auch die Metropole London: mit ihren Bars und Freaks auf der einen und der sogenannten Hochkultur auf der anderen Seite, hier repräsentiert durch Polityckis Lesung aus seiner kürzlich erschienen Jenseitsnovelle, die im gelehrten Sinologen-Milieu spielt. Doch auch diese vermeintlichen Gegensätze fanden in den zwei Tagen zu einer gelungenen Synthese.
Rechtzeitig zum neuen Semester ging in der Nacht vom 24. zum 25. September 2009 eine überarbeitete Version der GCSC-Webseite ans Netz. Besonders freuen dürfte Doktoranden und Forscher rund um das GCSC der neue, chronologisch geordnete Veranstaltungskalender, der das umfangreiche Veranstaltungsangebot des GCSC merklich übersichtlicher darstellt. Neben dieser neuen Ansicht bleibt vorerst aber auch die klassische, thematisch gruppierte, Ansicht bestehen.
Seit August 2009 dürfen wir Beatrice Michaelis bei uns im Team begrüßen, die sich in der Zeit bis September 2010 um die Forschungskoordination und die Stipendienberatung kümmert und somit Dr. Sibylle Baumbach vertreten wird. Dr. Sibylle Baumbach hat für diesen Zeitraum eines der begehrten Feodor-Lynen-Stipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Dies ermöglicht ihr, zwei Semester an der renommierten University of Stanford zu forschen.
Als Juniorprofessor für den Bereich „Kulturgeschichte“ konnte das GCSC Hubertus Büschel gewinnen. Am historischen Institut der JLU und am GCSC gibt Hubertus Büschel Lehrveranstaltungen im Bereich der neueren und neuesten Kulturgeschichte. Stefan Becker unterstützt ihn als wissenschaftlicher Mitarbeiter und erforscht "Built History on the borders of society – About critical junctures in urban spaces (Rio de Janeiro – Luanda – Lisbon)“.
Seit Juni 2009 gehört auch Björn Ganslandt zu unserem Team. Seinen Magister schloss Björn Ganslandt erst kurz zuvor an der RWTH Aachen mit dem Schwerpunkt Technik-Kommunikation ab. Im Dienste größtmöglicher Benutzerfreundlichkeit kümmert er sich nun um die GCSC Website und schreibt seine Promotion zu dem Thema „Störung und Transparenz in der Schrift am Beispiel typografischer Lehrliteratur der Gegenwart“. Übernommen hat Björn Ganslandt die Aufgaben von Neill Busse, dessen Promotionsprojekt „Die chemische Elite. Das Netzwerk der Schüler Justus Liebigs“ seit dem Frühjahr durch die Gerda-Henkel-Stiftung gefördert wird.
Dr. Sonja Altnöder, die seit Sommer 2008 als Koordinatorin des IPP tätig war und auch die damit verbundenen internationalen Kooperationen betreute, geht ab November in Mutterschutz. Auch Cultural Researcher Dr. Birgit Neumann ist zu Beginn des Wintersemester 2009/10 in Mutterschutz gegangen und wird voraussichtlich bis Frühjahr 2010 ans GCSC zurückkehren. Ihnen wünschen wir alles gute für die bevorstehende Elternzeit!
Mit der Berlinfahrt verknüpften sich die weiteren Ziele der AG, aktuelle Museums- bzw. Ausstellungskonzepte zu reflektieren und Schnittstellen zu kulturwissenschaftlicher Forschung zu beobachten. Entsprechend richtete die Exkursionsvorbereitungsgruppe bei der Programmplanung ihr Augenmerk auch auf eine Museums- und Institutionenauswahl, in der sich Bezüge zu konkreten Forschungsprojekten einzelner Doktorandinnen und Doktoranden spiegelten.
Außerdem stellte uns Professor Dr. Michael Fehr, der geschäftsführende Direktor des Instituts ‚art in context‘/Universität der Künste, in Kreuzberg das Museum der Dinge mitsamt einer museumsreflexiven Sonderausstellung vor. Dieses Museum orientiert sich an historisch-didaktischen Prinzipien des Deutschen Werkbundes, dessen umfangreiches Archiv Teil des Hauses ist und zur wissenschaftlichen Nutzung offen steht. Einen zusätzlichen Höhepunkt der Exkursion stellte der Besuch des Instituts für Museumsforschung (Staatl. Museen zu Berlin) dar. Dort informierte uns der Institutsleiter, Herr Prof. Dr. Bernhard Graf, über die zahlreichen Aufgaben und die Kooperationsprojekte der Einrichtung. Diese gehen weit über die Kernaufgabe der wissenschaftlichen Museumsberatung und -evaluierung hinaus. Das Institut treibt derzeit mehrere DFG-geförderte Datenbankprojekte und Studien voran. Eingehender befassten wir uns bspw. mit einer vergleichenden Untersuchung zur Verwissenschaftlichung von Sammlungen in kanonbildenden Museen Europas (Projektleitung: Dr. Elsa van Wezel).
Schokolade ist wunderbar, mild, sinnlich, tief, dunkel, cremig, verführerisch, anregend, luxuriös, himmlisch und war einst sogar angsteinflößend. Schokolade ist Ruin, Glück, Vergnügen, Liebe, Ekstase, Phantasie... wusste Frau PD Dr. Annerose Menninger am 4. Februar 2009 in der Gießener Chocolaterie zu berichten.
Menninger zeigte die Geschichte der Entdeckung der Kakaobohne in Südamerika auf und die Schrecken, die die Verbreitung der Schokolade in Europa zunächst auslöste. Die darauf folgende rasche Entwicklung vom kostbaren Luxusgut zum Massenartikel wurden dabei ebenso beleuchtet wie die edelste Verarbeitung der Schokolade, die Praline, die heute wieder ihre wahren Liebhaber gefunden hat.
Auch für die musikalische Untermalung war durch Improvisationen am Klavier von Christoph Schanze gesorgt. Derzeitig Doktorand am GCSC, umrahmte der künstlerische Leiter des Vokalquartetts „L’art vocal“ und Gastdirigent des Hechinger Kammerorchesters den Vortrag professionell.
